Nachhaltiger Wandel

statt kurzfristiger Wende

Dieses Forum steht für

  • An regional vorhandene Ressourcen angepasste Energiepolitik
  • Ausbau der guten Möglichkeiten für Photovoltaik
  • Verzicht auf Windkraft wegen bewiesen schlechter Windhöffigkeit
  • Abregelungsstopp für grundlastfähige Wasserkraft von Rheinfelden
  • Bundesweite Bündelung von Stromtrassen mit Autobahnen und Schienennetz
  • Schutz von Bürgern und Natur
  • Regionale Wirtschaft und Arbeitsplätze
  • Verbesserte Europäische Gesetze zum Emissionshandel
  • Förderung, Forschung und Entwicklung für private und betriebliche Stromerzeugung und Speicherung
  • Ökonomisch und ökologisch sinnvolle Revision des EEG und geordneten Ausstieg aus der Atomkraft

Unten aktuell:
Infoveranstaltung Schienerberg, Referat:
"Windkraft und ihre Alternativen 
in unserer Region"

Dossier Faktencheck 1.0
Kommunale Finanzierungen von Windparks

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Petition

Ich plädiere für den Ausbau von Photovoltaik auf Dachflächen, neben Autobahnen und an landschaftlich verträglichen Stellen.

Ich empfinde dass (bis zu 30 geplante) 200 Meter hohe Windräder die Landschaft und das Leben in der Region Hegau – Bodensee beeinträchtigen.

✓ Viele Sonnenstunden und zu wenig Wind erfordern gezielte EEG-Förderung für Solar- und Wasserenergie.

✓  Ich stimme dafür, dass Gemeinden und Behörden der Region angepasste Konzepte für erneuerbare Energien entwickeln. Auch dort wo aus planungsrechtlichen Gründen gar keine Windräder gebaut werden können. Umwelt und Energie geht uns alle an.

Meine Stimme zählt!

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Die Zukunft unserer Heimat !

Erneuerbare Energien – mit Nachhaltigkeit statt Subventionswahnsinn!

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Es ist allgemeingültig, dass erneuerbare Energien grundsätzlich zu bevorzugen sind. Auf jeden Fall aber solche die unabhängig vom Wetter, wie die Wasserkraft des Rheins, immer zur Verfügung stehen. So sollte es nicht sein, dass der zufällig auf- tretende Windstrom politisch bevorzugt und wegen Subventionen die Landschaft verschandelt wird.

Nicht jede Form der Stromgewinnung macht in jeder Region Sinn.
So wie subventionierter Weinanbau in den Hochalpen keinen Sinn machen würde.

Die Region Hegau-Bodensee hat das geringste Windaufkommen in Deutschland.
Aber wir haben die meisten Sonnenstunden!

Das heißt logischerweise, die Region Hegau-Bodensee sollte beim Ausbau erneuer- barer Energien auf Solar setzen. Flächen und Möglichkeiten stehen zur Verfügung, ohne schwerwiegende Eingriffe in die Landschaft.

Unsere Heimat – Blick vom Witthoh Emmingen über Hegau und Bodensee bis in die Alpen

Es stimmt nicht, dass unsere Region bei erneuerbaren Energien hinterherhinkt, wie Wind- mühlenprojektierer gebetsmühlenartig und aus dem Zusammenhang gerissen, behaupten. Seit über 100 Jahren wird unser regionaler Verbrauch zu einem überproportionalen Anteil aus grundlastfähigem Strom aus den Rheinkraftwerken gedeckt. Und wir haben erhebliche Anteile an Solar und Biogas.
Es stimmt leider auch nicht, dass sich Solarenergie und Windkraft ergänzen. Und ebenso nicht, dass der nicht speicherbare Windstrom für den Energiemix in unserer Region wich- tige Vorteile bringt, ganz im Gegenteil. Tatsächlich werden schon jetzt die Rheinkraftwerke zeitweise wegen dem nicht bedarfsgerecht  verfügbaren Windstrom gedrosselt.

Es gibt Planvorhaben mit ca. 30–40 Windrädern und potentiell sogar mehr, jedes so groß wie der Stuttgarter Fernsehturm, welche das Bild unserer historischen Kultur- landschaft für immer zerstören würden.
Die Alternativen müssen in unpolitischer Werteabwägung und mit Hinblick auf alle Auswirkungen auf die gesamte Region geprüft und bestmöglich zum Schutz der Heimat entschieden werden.

Wir wollen keine kurzsichtige Wende – sondern sinnvollen und nachhaltigen Wandel!

Es braucht des Bürgers Wille, um von Verwaltung und Politik parteienunabhängig einzu- fordern, dass an unsere Region angepasste Energiekonzepte zu entwickeln und zu fördern sind.

Ansicht Ludwigshafen

Ansicht Schloss Langenstein

Ausbaustufe Repowering über 300 Meter

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Ansicht Hohentwiel (Basis) 50 mm Abstand Tannenwald, Schneide 20 km, Kirnberg 10 km

Geplante Standorte Windkraftanlagen

Regionalübersicht ca. 30-40 Windrädern in verschieden Planungs- und Realisierungsstufen, teilweise bereits genehmigt und im Bau.

Ansicht Witthoh in Emmingen

Der Milchpreis ist sicher …
Die Renten sind sicher …
Der Strompreis ist sicher …
Und die Einhörner tanzen um die Windräder herum …

  • Ich plädiere für den Ausbau von Photovoltaik auf Dachflächen, neben Autobahnen und an landschaftlich verträglichen Stellen.
  • Ich bin gegen den Bau von Windrädern in der Region Hegau – Bodensee
  • Ich befürworte die Ziele des Bürger-Forum Hegau-Bodensee

DIE SCHWEIZER WINDRÄDER KOMMEN!

Infoveranstaltung zum Planungsverfahren von Windrädern auf dem Schienerberg.

Referat:   „Windkraft und ihre Alternativen in unserer Region“

Guten Abend, sehr geehrte Damen und Herren,
ich freue mich, im Namen des Forums Hegau-Bodensee zu Ihnen sprechen zu dürfen. Wenngleich ich lieber frei sprechen würde, geht es mir aber nicht darum hier zu reden, sondern darum Ihnen Fakten zugänglich zu machen. Da insbesondere Windkraftprojektierer versuchen, unsere Aussagen zu verwässern, habe ich dieses Referat schriftlich vorbereitet und bitte Sie zu verstehen, dass ich es dementsprechend vorlesen und so faktisch nachvollziehbar vortragen werde.
Für allfällige Kritiker oder alle die mehr wissen wollen, meine Ausführungen sind ab morgen schriftlich und mit Dokumenten belegt einsehbar auf: www.forum-hegau-bodensee.de oder können im Anschluss an diese Veranstaltung angefordert werden. Die Presse und entsprechende Ämter erhalten den Text zugestellt.

Zunächst möchte ich mich und was wir, also das Forum Hegau-Bodensee, tun und erreichen wollen, kurz vorstellen.

Mein Name ist Markus Bihler. Ich bin „Gott sei´s gedankt“, mitten im Hegau aufgewachsen. Unsere Familie lebt seit Generationen hier und beabsichtigt selbiges auch weiterhin zu tun.
Wir als Forum Hegau-Bodensee, sind dieser Landschaft und ihrer Fauna und Flora zutiefst verbunden und möchten nicht zulassen, dass darin industrielle Großeingriffe ohne angemessene, gesellschaftliche Abwägung ihrer Rechtfertigung stattfinden, nur weil es für manche ideologiepolitisch „en vogue“, oder für einzelne Aktiengesellschaften wirtschaftlich interessant erscheint.

An diesem Punkt möchte ich an unseren leider verstorbenen Fachbeirat Christoph Graf Douglas erinnern, der mir auf dem Dauenberg, mit Blick über den Bodensee und die Alpen erzählte, wie dereinst von interessierten Projektierern geplant wurde, den Rhein bis in den Bodensee schiffbar zu machen, um in Friedrichshafen einen Ölhafen zu bauen.

Das würde heute sicher keiner mehr wollen, und es ist ein gutes Beispiel, dass politischer Zeitgeist nicht immer gut ist für das langfristige Dasein einer Region. Es war wichtig, dass es auch damals Bürger gab, die sich vehement gegen diese Projektierung eingesetzt haben.

Dies nehme ich zum Anlass die Presse aufzurufen, nicht aufrechte Bürger, die sich zum Schutz ihrer Heimat und im Interesse der Öffentlichkeit ehrenamtlich engagieren, unablässig und herabwürdigend als „Windkraftgegner“ zu verunglimpfen.

Wir, als Forum Hegau-Bodensee, sind die gemeinsame Plattform von über 3.000 Menschen, deren Stimmen wir direkt vertreten, und haben die sechs Bürgerinitiativen der Region zusammengeschlossen. Wir sind überparteilich und ja, es hat auch GRÜNE dabei oder Mitglieder von NABU und BUND.
Unsere Ansichten und Absichten sind auf einer gemeinsamen Agenda mit dem bürgerlichen Schwarzaldverein und dem kulturell wichtigen Hegau-Geschichtsverein, was unsere Interessensgemeinschaft auf rund 8.000 Bürger und Familien bringt.

Es wäre also zutreffender und respektvoll angemessen, wenn uns die Presse „Heimatschützer“ oder „Landschaftsschützer“ nennen würde.

Wir sind auch keine „Gegner“ – sondern starke Befürworter von erneuerbaren Energien. Aber pragmatisch, nur mit Nachhaltigkeit und in Formen, wie es die lokalen Bedingungen der Physik und der tatsächliche Strombedarf sinnvoll zulassen.

Es ist kein Geheimnis: wir sind glückliche Menschen, da unsere Region zusammen mit dem Oberrhein zu den sonnenreichsten Gebieten Deutschlands zählt. Aber es ist hinlänglich bewiesen, dass wir die windärmste Region Deutschlands sind, wenn auch der Windatlas des grünen Landesministeriums im Durschnitt ca. 25% über den realen Messungen vor Ort liegt.
Wer diese geographischen und physikalischen Voraussetzungen missachtet, ist von vorneherein auf dem Holzweg und darf sich nicht damit brüsten, die Menschheit energiepolitisch auf den Pfad der Weisheit führen zu wollen.

Seit Anfang 2017 die staatliche Förderung für Windkraftanlagen mit der Novelle des Erneuerbaren Energien Gesetztes auf ein Wettbewerbsverfahren umgestellt wurde, hat in Baden-Württemberg kein einziger Bauantrag mehr einen Zuschlag erhalten, ganz einfach weil dies in der gereiften Erkenntnis der bundesdeutschen Regierung keinen Sinn macht.

Welchen Sinn soll es also dann nun machen, dass schweizer Projektierer direkt an der deutschen Grenze Windräder bauen wollen? Und warum sollen wir dann zulassen dass dafür unsere Heimat verschandelt wird?

Die deutsche Bundesregierung hat schon rund 30.000 Windräder, zunächst ohne Rücksicht auf deren Leistung, gefördert, um zur Erkenntnis zu gelangen, dass dies so keinen Sinn macht, und hat auf eine ertragsorientierte Förderung umgestellt, welche Schwachwindgebiete überhaupt nicht mehr berücksichtigt.
Wir hoffen, dass dies die schweizer Genehmigungsbehörden berücksichtigen, zumal die Dienststellenleiterin des kantonalen Planungs- und Naturschutzamts, Frau Gatti, am 26. Februar 2016 in einer Stellungnahme zum Windpark Verenafohren, schrieb:

Windenergieprojekte auf deutscher Seite bieten die Gelegenheit, sich auch auf Schaffhauser Seite mit dem Thema der erneuerbaren Energien und der Windnutzung im Speziellen auseinanderzusetzen und Erfahrungen zu sammeln“.

Liebe Frau Gatti, Sie dürfen jetzt gerne an das gefestigte Wissen von Frau Bundeskanzlerin Merkel und dem Wirtschaftsminister Gabriel anknüpfen, welche nach der Erfahrung von 30.000 Windrädern und dem Lehrgeld von Milliarden Euro an Steuergeldern, Schwachwindgebiete wie Hegau und Bodensee für Windräder kategorisch aus dem Raster fallen lassen.

Die Schweiz selbst hat Möglichkeiten der Wasserkraft, welche europäisch gesehen fast nur mit Österreich und Norwegen zu vergleichen sind. Was unserer Region fehlt ist, nicht so sehr die Produktion von erneuerbaren Energien, sondern das sind die Möglichkeiten diese zu speichern. Deshalb laden wir die schweizer Bundesregierung und die kantonalen Behörden ein, am richtigen Strang zu ziehen und nicht Strom zu erzeugen, der zu wenig nutzungsfähig ist, sondern sich mit den schweizer Potentialen zur Speicherung durch Pumpkraftwerke an dem bereits bestehenden Überschuss an deutscher Windkraft zu beteiligen.

Und nachdem das schweizer Volk löblicherweise den Atomausstieg beschlossen hat, wäre es sicher angebracht, die noch zur Verfügung stehenden Potentiale der Wasserkraft vom Rhein neu zu studieren und zu bewerten. Diese Wasserkraft versorgt uns alle seit über hundert Jahren grundlastfähig und zuverlässig, und selbst eine geringe Erhöhung ihrer momentanen Nutzung könnte mehr bringen als es die Windkraft jemals vermag.

Für alle, die technisch und wissenschaftlich interessiert sind, möchte ich zu diesem Punkt auf einen anspruchsvollen, aber durchaus allgemein verständlichen Fachkommentar zum Mix der regionalen Produktion und zum regionalen Verbrauch von Elektrizität hinweisen. Verfasst haben ihn der ehemalige Leiter der Netzstelle Energiedienst Donaueschingen, Herr Werner Adrion und der Naturwissenschaftler Dr. Martin Dölberg. Sie finden diesen Kommentar ebenfalls auf unserer Homepage.

Von politisch motivierten Protagonisten, von Windparkprojektierern und viel zu oft auch von der Presse wird beklagt, dass unsere Region ein Schlusslicht der Energiewende sei.
Dem ist aber nicht so – wir sind die Speerspitze von Deutschland! Mit unserer Quote könnte Frau Merkel die Energiewende bereits als geschafft erklären!
Mit der grenzüberschreitenden Nutzung der Wasserkraft des Rheins und der in Fachkreisen so genannten „Schweizer Quote“ haben wir schon einen Anteil von fast 60% grundlastfähigem Strom aus erneuerbarer Energie. Dazu kommen dann noch die Erträge aus Solarstrom und Biomasse, während wir nur einen ganz geringen Anteil von ca. 7% an „fossilem“ Strom verbrauchen.

Tatsächlich enthüllt die faktische Darstellung auch, dass schon jetzt zeitweise die Turbinen am Rhein runtergefahren werden müssen, wenn der staatlich subventionierte Wind weht und das würde mit weiteren Windparks noch schlimmer.

Es besteht kein Zweifel:
- Wir alle wollen den Ausstieg von der Atomkraft.
- Wir alle wollen die fossile Verbrennung reduzieren.
Das kann aber nur geschehen, wenn alternative Energieträger verwendet werden, die entweder grundlastfähig oder speicherfähig sind.
Windräder in Schwachwindgebieten sind ein Placebo -
Sie tragen nicht nachhaltig zu einer gewinnenden Energiewende bei!

Wer über Energie reden will, muss auch unbedingt über Wirtschaftlichkeit reden, das ist sicher unbestreitbar, ohne die gibt es keine Zukunft.
Die Energiegesellschaft Baden-Württemberg, die sich mehrheitlich in Landesbesitz befindet, hat bereits den ersten Offshore Windpark in der Nordsee projektiert, der vollkommen ohne staatliche Fördermittel auskommt und Windkraftstrom zu ganz normalen Marktpreisen liefern wird.

Die SÜDLINK Stromtrasse, von der windreichen norddeutschen Küste in den sonnigen Süden, ist von der Bundesregierung beschlossen und bereits im Bau.
Der Strom fließt dann mit Hohlleiter-Technologie fast verlustfrei von der Waterkant zum Alpenrand. Es zeichnet sich folglich ab, dass diese Entwicklung das wirtschaftliche Todesurteil für Windräder im ertragsschwachen Süden bedeuten wird.

Die kurzfristig wichtigen, aber preislich nicht wettbewerbsfähigen Produzenten deutscher Solarpaneele sind bereits an der chinesischen Konkurrenz bankrott gegangen, und dabei sind die Wettbewerber nicht einige hundert, sondern zehntausende Kilometer entfernt.

Weder die deutschen, noch die schweizer Verbraucher sind im europäischen Vergleich ewig bereit, einen unnötig hohen Strompreis für vergleichbaren Ökostrom zu zahlen.

Wenn Sie, meine Damen und Herren, schöne Biokartoffeln für 3 Franken pro Kilo oder gleich schöne Biokartoffeln für 6 Franken angeboten bekommen, liegt die logische Entscheidung nahe. Auch wenn es vielleicht Kartoffeln sind, die ein schweizer Bauer im Grenzgebiet auf einem deutschen Feld angebaut hat.
Dies würde tatsächlich dem direkten Vergleich einer Beteiligung der Elektrizitätswerke des Kantons Schaffhausen an einem deutschen Offshore Windpark der Energiegesellschaft Baden-Württemberg entsprechen:
 
Schweizer Ernte von deutschen Äckern,
mit ökologischen und ökonomischen Vorteilen für beide Länder!

Wer aber 65 Meter entfernt vom deutschen Landschaftsschutzgebiet Schienerberg den Wald roden und über 200 Meter hohe Industriebauten hochziehen will, sollte dafür nur eine Genehmigung bekommen, wenn wer den belegbaren Nachweis von ökonomischer Energiegewinnung, Nutzbarkeit des gewonnenen Stroms und die für die Versorgung unabdingliche Zerstörung der Natur erbringt.
Wenn das Allgemeinwohl und der Wille des Volkes nicht klar überwiegen, darf so etwas im Sinne des Schutzes von Volk und Natur nicht genehmigt werden.

Für den Schienerberg gilt, dass die dafür zuständige Planungskommission der Landesregierung, der Regionalverband Hochrhein-Bodensee in der Bemühung für die Windkraft, Raum zu schaffen, festgestellt hat, dass der Schienerberg nach den geltenden gesetzlichen Richtlinien nicht geeignet ist.
Wenn sich schon die schweizer Behörden am deutschen Erfahrungsschatz orientieren wollen, kann unmöglich angenommen werden, dass jenseits der Grenze die Gegebenheiten andere wären. Einen größeren Widersprung könnte das Kantonale Planungs- und Naturschutzamt wohl kaum eingehen. Im Umkehrschluss wären die deutschen Behörden wohl gehalten, die baurechtlichen Voraussetzungen und Bedingungen in unmittelbarer Grenznähe einzufordern. Man stelle sich vor, dass tatsächlich Eisbrocken von den Rotoren bis auf deutsches Gebiet fliegen würden!

Im Resümee heißt das, zu Punkt 1:
Die planungs- und naturschutzrechtlichen Bedingungen für Windräder auf dem Schienerberg sind laut dem Ergebnis der Regionalplanung Hochrhein-Bodensee nicht gegeben.

Zu Punkt 2: Belegbare Nachweise zur angemessenen Windhöffigkeit.
Zur zu belegenden Energieausbeute ist festzustellen, dass der gleiche Projektentwickler, die Solarcomplex AG, in Deutschland beim Versuch, auf dem Kirnberg Windräder zu bauen, gescheitert ist und dort, neben mangelhaften Artenschutzgutachten, einen angemessenen Nachweis der Windhöffigkeit nicht erbracht hat.
Die Lobby der deutschen Windkraftindustrie, der BUNDESVERBAND WINDENERGIE gibt TR6 genannte Mindeststandards heraus, nach welchen zertifizierte Windgutachten zu erstellen sind. Die Solarcomplex AG, die im BWE nur einfaches Mitglied und selbst nicht zertifiziert ist, hat die Windmessungen für den Kirnberg mit eigenem Personal und Equipment vorgenommen und hat dann mit den angelieferten Daten vom TÜV eine sogenannte Windprognose erstellen lassen. Der Vorstand der Solarcomplex AG hat in der Folge diese einfachen Prognosen, öffentlich als zertifizierte TÜV-Gutachten gemäß Standard TR6 bezeichnet.
Der Fachbeirat des Forums Hegau-Bodensee hat methodisch enttarnt, dass dies aufgrund von Topographie und physikalischen Bedingungen nicht der Fall sein kann, und wir haben auf Anfrage vom TÜV die folgende Antwort schriftlich erhalten:

Sehr geehrter Herr Bihler,
anbei unsere Erklärung zur Unterscheidung von Windgutachten und Windprognose:

Windgutachten =  Datenlage und Windparksituation sind ausreichend zur Einhaltung der Anforderungen der zum damaligen Zeitpunkt gültigen FGW TR6 sowie einer Unsicherheit, die einen von uns definierten Schwellenwert nicht überschreitet.

Windprognose =  Selbiges ist dafür nicht ausreichend.

Wie man eine solche, nach Aktenlage unrichtige Behauptung, bezeichnen sollte, überlassen wir Ihnen, sehr verehrten Damen und Herren.

Wir aber, fordern in diesem Zusammenhang nach wie vor, dass die Erhebungen zu Windhöffigkeit und Energieeintrag in Verenafohren endlich veröffentlicht werden, um zu geeignetem Zeitpunkt überprüfen zu können, auf welchen Grundlagen die öffentlichen Millionenbeträge der beteiligten Kommunen investiert wurden. Es kann nicht hingenommen werden, dass die überwiegend aus den Steuergeldern von Städten und Gemeinden finanzierten Erhebungen und Berechnungen ohne gültigen Grund und mit Zustimmung der beteiligten Gemeinden immer noch geheim gehalten werden. Die in den Prognosen zu hoch bewertete Windhöffigkeit ist für Experten der häufigste Grund für die sich häufenden Konkurse von Windparks in Deutschland - insbesondere solcher, die von öffentlicher Hand finanziert wurden.

Das heißt 2.:
Wir und unsere schweizer Kollegen fordern die Veröffentlichung der so bezeichneten Windgutachten. Nach unseren Erkenntnissen ist naheliegend, dass die Mindestanforderungen der deutschen Windkraftindustrie nicht eingehalten werden, also wäre eine großflächige Zerstörung der Natur für eine zu geringe Ausbeute im öffentlichen Interesse nicht zulässig.

Zur 3. Voraussetzung: Die Nutzbarkeit der zu gewinnenden Elektrizität.
Unbestreitbar wäre der Beitrag von Windrädern auf dem Schienerberg sehr unregelmäßig und nicht grundlastfähig. Wer das nicht glauben will, schaue sich künftig einfach an wie oft sich die Windräder in Verenafohren drehen und wie oft nicht. Und wenn sie sich drehen, dann heißt es nicht, dass der Strom dann auch zum Zeitpunkt verbraucht werden kann. Speichermöglichkeiten gibt es nicht es nicht, und wenn die Wasserkraft vom Rhein jetzt schon jetzt zur Regulierung der Schwankungen heruntergefahren wird, dann wird das mit weiteren Windrädern nicht besser. Ein öffentlich einsehbarer Nachweis der Nutzbarkeit des Stroms wäre als Voraussetzung zur Baugenehmigung anzuführen.

Und nun kommen wir noch zum Lieblingsthema der Windkraftprojektierer und ihrer gutgläubigen Unterstützer - dem Klimawandel!

Beim immer wieder beschworenen Pariser Abkommen und beim Klimawandel geht es primär um die Verringerung des CO2-Ausstoßes. Der wird aber nur zu einem Teil von der Stromgewinnung verursacht. Und wiederum nur ein sehr geringer Anteil dieses Anteils, nämlich eben ungefähr 7% fossile Brennstoffe, werden aktuell in unserem grenzüberschreitenden Stromnetz verbraucht. Deutschland hat es mit 30.000 Windrädern nicht geschafft, den CO2-Ausstoß zu verringern, und wird die selbst gesetzten Ziele für das Pariser Abkommen weit verfehlen. Ein wichtiger Aspekt dabei ist, dass die 30.000 Windräder zwar zeitweise schon einen erheblichen Anteil des deutschen Stromverbrauch produzieren können, aber nebenher die bestehenden Kohlekraftwerke im Standby mit einem dadurch katastrophalen Wirkungsgrad weiterlaufen müssen oder dass der überschüssige Strom ins Ausland verkauft wird. Fossile Brennstoffe sind trotz einem bundesweiten Netz von 30.000 Windrädern in Deutschland unverzichtbar, sonst gäbe es wochenlang großflächig keinen Strom, das öffentliche Leben käme zum Erliegen, die Versorgung von Deutschland würde großflächig zusammenbrechen.

In unserer Gegend allerdings, mit einem äußerst geringen Anteil von 7% fossiler Stromerzeugung, ist diese Gefahr geringer, allerdings lassen sich dadurch auch keine für die Klimaveränderung relevanten CO2-Mengen einsparen.

Aber jetzt die ganz gute Nachricht:

Diese 7% und mutmaßlich auch erhebliche Anteile aus der Atomkraft  können wir alle gemeinsam mit vielen Vorteilen und ohne Landschaftszerstörung ausgleichen!

Solartechnik hatte einen großen Aufschwung, als ein subventionierter Abnahmepreis von rund 40 Cent auf 20 Jahre Laufzeit vom Staat garantiert wurde. Als die Subventionen verringert wurden, brach dies massiv ein.
Zum aktuellen Vergleich: Windkraft wird nur noch mit ca. 4,2 Cent gefördert und weil der Energieeintrag im Schwachwindgebiet zu schlecht ist, haben seit Anfang 2017 in Baden-Württemberg keine Projekte mehr zur Förderung gelangen können. Auch nicht der Antrag der Solarcomplex AG und der IG Hegauwind für den Kirnberg.

Zwischenzeitlich sind aber auch die Kosten für die Solarpaneelen auf einen Bruchteil gesunken, und das Gleiche passiert derzeit mit den Preisen für brauchbare Stromspeicher. Die Effizienz der Technologie hat sich deutlich verbessert, und die Preise wurden durch den Einstieg der Großindustrie deutlich gesenkt.
Das heißt: es ist real absehbar, dass wir als Verbraucher und auch mittelständische Betriebe künftig Solarstrom sogar gewinnbringend installieren können.

Im Land mit dem geringsten Wind und den meisten Sonnenstunden macht das Sinn. So kann man Strom speichern, wenn die Sonne ihn tagsüber produziert und wenn man abends heimkommt, kann man sein Elektromobil aufladen und den Haushaltsstrom dann nutzen, wenn man ihn braucht.

Für mittelständische Betriebe gibt es aktuell ein Förderprogramm, bei dem stark auf Eigenverbrauch gesetzt wird, und wir als Forum Hegau-Bodensee haben mit den angeschlossenen Bürgerinitiativen, der gemeinnützigen Energieagentur des Landkreises Konstanz ein Projekt zur Verbreitung dieser sinnvollen Erzeugung und Nutzung erneuerbarer Energien angeboten.

Zum Abschluss möchte ich zum Verhalten der Presse und zur öffentlichen Akzeptanz von Windrädern kommen.
Insbesondere im Zusammenhang mit dem Projekt Verenafohren wurde von SÜDKURIER und WOCHENBLATT unermüdlich und mantra-mässig die große, öffentliche Akzeptanz beschworen.

Wer sich über die journalistische Ausgewogenheit der beiden Blätter informieren will, kann dies anhand deren Archive leicht tun, indem er mit Stichwortsuchen wie „Windkraft“ oder ähnlich, die Artikel zahlenmäßig und nach Inhalt analysiert. Nachdem von uns zugestellte Pressemitteilungen von hohem öffentlichen Interesse scheinbar systematisch nicht berücksichtigt wurden, jedoch über jedes Grillfest unter den Windtürmen von Verenafohren berichtet wurde, kommen wir zum Schluss, dass leider nicht ausgewogen und nicht objektiv berichtet wird. Aber das haben laut unserem Vernehmen schon viele der Leser bereits für sich selbst festgestellt.

Der SÜDKURIER hat tatsächlich einen objektiven Vergleich mit Umfrage gewagt, aber leider das eigene Ergebnis der breiten Öffentlichkeit vorenthalten. In einem Beitrag wurden den Projektierern IG Hegauwind und Solarcomplex AG einerseits und dem Forum Hegau-Bodensee andrerseits jeweils 10 Fragen zur Werteabwägung von Windrädern in der Region gestellt . Danach wurden die Leser in einer Online-Umfrage gefragt: „Sind Sie für oder gegen Windkraft im Hegau?“ Hier das Ergebnis:

Es haben 72%, also rund dreiviertel der Leser, nach direkt erfolgter Pro-und Contra Information, dagegen gestimmt.

Wir haben den SÜDKURIER mehrfach gebeten, dieses Ergebnis auch in der Gesamtausgabe in gedruckter Form zu veröffentlichen, leider wurde dem nicht entsprochen. Welche Motivation der verantwortlichen Redakteure dahinter zu suchen ist, erschließt sich uns nicht, und die naheliegenden Vermutungen überlassen wir Ihnen, sehr geehrten Damen und Herren.
Die Teilnehmerzahl an dieser Umfrage übertrifft deutlich die Repräsentativ-Quote von Umfragen der großen Institute und passt auch exakt ins Bild einer offiziellen, repräsentativen Emnid-Umfrage, in der sich natürlich zunächst die meisten Menschen für regenerative Energien aussprechen. Zur konkreten Befragung, ob man Windräder auch in Wäldern zulassen sollte, haben sich aber ähnlich wie beim SÜDKURIER rund 80% der Befragten deutlich dagegen ausgesprochen.

Deshalb gilt es, aufzuräumen mit den heuchlerischen Scheinargumenten einer Minderheit und klare politische Forderungen und Aktivitäten für regional sinnvolle und nachhaltige erneuerbare Energien zu stellen!

Dazu fordern wir auch die befreundete Schweiz auf und sehen einer realen Zukunft entgegen, die eine nachhaltige, heimische Stromwirtschaft ermöglicht und hoffentlich schon bald ganz ohne CO2-Strom auskommt, um unsere Heimat so erhalten, wie wir sie lieben!

 

Markus Bihler, Sprecher (V.i.S.d.P) Forum Hegau-Bodensee

 

Weitere Informationen unter: www.lssb.de


Öffentlichkeitsinformation

Verteiler: Kreistag / Landratsamt / Kommunalverwaltungen und Gemeinderäte Kreis KN  / Presse / IG Hegauwind
Petitionäre, Mitglieder und Unterstützer Bürgerinitiativen Steißlingen / Orsingen / Hohenfels / Eigeltingen / Schienerberg / Stein am Rhein / Schwarzwaldverein / Hegau-Geschichtsverein / Flugsportvereinigung Radolfzell / BUND / NABU

Aktuell: Aus für Windräder auf dem Kirnberg: Die wirklichen Gründe!

Sehr geehrte Damen und Herren,

Das Landratsamt Konstanz hat - auf Antrag der Firma Solarcomplex AG - das Ruhen des Genehmigungsverfahrens für den Windpark Kirnberg (Steißlingen) für voraussichtlich zwei Jahre bestätigt. Dem Forum Hegau-Bodensee liegt die amtliche Bestätigung vor. 

Am 22.9. hat dazu ein Pressegespräch der Solarcomplex AG mit Erklärungen für die Öffentlichkeit stattgefunden. Als Gründe gaben die im Auftrag der IG Hegauwind agierenden Projektierer die "derzeit geltenden gesetzlichen Rahmenbedingungen (EEG 2017 sowie natur-und artenschutzrechtliche Vorgaben)" an.

Tatsächlich hat aber der TÜV-SÜD dem Forum Hegau-Bodensee bereits 2016 schriftlich bestätigt, dass die fälschlich als Gutachten angepriesenen Windprognosen schon den damals geltenden Mindestanforderungen für TÜV-Windgutachten nicht entsprachen.

Auch die weiteren Fakten für das Aus sind vielfältig und lassen nicht auf einen im Wachkoma liegenden Patienten, sondern auf eine bereits obduzierte Projektleiche schließen.

Erstens gab es zahlreiche behördliche Bedenken, die die Solarcomplex AG nicht ausräumen konnte. Zweitens entwickelte sich breiter öffentlicher Widerstand, veranschaulicht z.B. durch mehr als 3.000 Unterschriften gegen das Projekt, sowie durch mehrere Petitionen an den Stuttgarter Landtag. Auch heimatbezogene Bürgerorganisationen wie der Schwarzwaldverein und der Hegau-Geschichtsverein haben sich in objektiver Werteabwägung gegen das Vorhaben ausgesprochen.

Die Kritik beim Genehmigungsantrag richtete sich besonders gegen die folgenden eklatanten Mängel:

  • Vogelschutz: 24 Bürgerinnen und Bürger aus Orsingen, Wahlwies und Steißlingen (darunter 2 Ornithologen) beteiligten sich in der Brutsaison 2017 an einem umfangreichen Beobachtungsprogramm für windkraftempfindliche Vogelarten. Das resultierende Gutachten mit einer Fülle an Erfassungsdaten und Beweisfotos liegt dem Landratsamt vor.
    Eindeutiges Ergebnis: Insbesondere der Rotmilan überfliegt den Bereich der geplanten Windräder praktisch täglich und wäre damit akut bedroht. Dank großem bürgerschaftlichem Engagement konnten somit die falschen Behauptungen aus dem von der Solarcomplex AG vorgelegten Gutachten eindrucksvoll widerlegt werden. (Dies bestätigt jüngste Analysen von BUND und NABU, wonach von Windfirmen finanzierte Artenschutzgutachten häufig schwere Mängel aufweisen).
  • Vogelzug: Der Kirnberg liegt auf einer wichtigen Vogelzugroute. Daher hätten aufwändige Untersuchungen durchgeführt werden müssen. Die bestellten Gutachter hatten versucht ohne diese auszukommen.
  • Landschafts- und Denkmalschutz: Die Solarcomplex AG konnte bestehende Bedenken des Stuttgarter Landesamts für Denkmalpflege bis heute nicht ausräumen. Geforderte fotorealistische Gegendarstellungen wurden nicht geliefert.
  • Tourismus: Bisher mehr als 50 Betriebe aus der lokalen Gastronomie bzw. dem Fremdenverkehr wollen sich an einer möglichen Petition gegen den Windpark Kirnberg beteiligen. Diese Petition liegt nun ebenso bis auf weiteres auf Eis.
  • Schallschutz: Die Norm DIN 9613-2 für Schallgutachten wurde kürzlich revidiert. Das von der Solarcomplex AG vorgelegte Schallgutachten erfüllt diese Norm nicht, neue Gutachten wären zu erstellen.
  • Flugplatz Stahringen: Ein Gegengutachten beweist Störungen des Flugbetriebs durch einen zukünftigen Windpark Kirnberg. Dies hätte für den Windpark umfangreiche Abschaltzeiten zur Folge, wodurch seine Wirtschaftlichkeit noch fraglicher würde.

Zum immer wieder beschworenen Klimaschutz ist zu statuieren: Unsere Region hat schon heute und ohne Windkraft, mit rund 60% einen bundesweit vorbildlichen Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung. Deshalb plädieren wir für einen weiteren Ausbau erneuerbarer Energien, insbesondere der dezentralen Photovoltaik, die in unserer windarmen aber sonnenreichen Gegend die sinnvollste Technik darstellt.

Zuletzt zum Thema Wirtschaftlichkeit:

Für den noch im Vorjahr genehmigten Windpark in Tengen werden nach aktueller Sachlage die Stromverbraucher jahrzehntelang eine schon heute überhöhte Vergütung bezahlen. Seit Anfang 2017 hat die Bundesregierung, als Reaktion auf den Wildwuchs von Windrädern, mehr Wettbewerb (Bieterverfahren) durchgesetzt und die Förderungskosten dadurch drastisch reduziert. Die Bewerbung für den Kirnberg und andere Schwachwindprojekte in Süddeutschland sind dabei durchgefallen. Mit einem geringen Zeitverzug hätte auch Tengen keine Chance auf Realisierung gehabt.

Laut Bene Müller (Solarcomplex AG) hatte man zur Erlangung maximaler Fördermöglichkeiten sogar extra eine Bürgerenergiegenossenschaft gegründet. Auch diese Version kam im Bieterverfahren nicht zum Zug.

Ein mutmaßliches Vorhaben der IG Hegauwind, die angefangene Projektierung Kirnberg zu veräußern, scheiterte ebenfalls.

Auch hat bisher keine einzige der Kommunen der IG Hegauwind einen Ratsbeschluss für eine Beteiligung am Kirnberg. Daraus ergibt sich die Frage, warum dann überhaupt der Solarcomplex AG ein Auftrag zur Erlangung einer Baugenehmigung erteilt wurde.

Auf jeden Fall ist es jetzt an der Zeit, die für die Bürger und Kommunen teure Existenz der IG Hegauwind zu überprüfen.
Die Regionalplanung hat offiziell festgestellt, dass der Kreis Konstanz praktisch keine Windkraft-Potenziale bietet, was solchen kommunalen Parallelaktionen eine angemessene Grundlage entzieht.

Wir bedanken uns bei allen Bürgerinnen und Bürgern, die uns mit ihrem Engagement unterstützen. Eine allfällige weitere Entwicklung am Kirnberg werden wir sehr wachsam verfolgen, uns aber nun dem Schienerberg zuwenden, wo ein Schweizer Energieunternehmen zusammen mit der Firma Solarcomplex AG vier Windräder projektiert.

Mit freundlichen Grüssen,

Sprecher (ViSdP),  Markus J.M. Bihler

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Bundestagswahl:   Fragen und Antworten

Mitgliederinformation
und Medienmitteilung vom 14.9.2017

Die heimatbezogenen Organisationen
Schwarzwaldverein“, „Hegau-Geschichtsverein“ und „Forum Hegau-Bodensee“ haben für ihre insgesamt rund 8.000 Mitglieder, den Kandidaten für die Bundestagswahl (Kreis Konstanz) konkrete Fragen zum Landschaftsschutz und Bau von Windrädern in der Region gestellt und alle befragten Kandidaten haben geantwortet.

Unser Kurzkommentar vorab:
Der Zweck dieser schriftlichen Kandidatenbefragung hat sich erfüllt. Podiumsdiskussionen lassen oft keine ausreichende Darstellung des Hintergrunds zu einer Frage, oder völlig ausweichende Antworten zu, was die ausführliche Art der Befragung besser kann. Die Antworten der Kandidaten ermöglichen unseren Mitgliedern und der breiten Öffentlichkeit die erhoffte Orientierung für die Wahl.
Es sind, nicht ganz unerwartet, auch rein partei-ideologische Grundsatzaussagen dabei, die sich weder auf die gestellte Frage und die besonderen regionalen Umstände, noch auf die zugrunde gelegten Tatsachen beziehen.
Im Extremfall kommt es dazu, dass es in der Beantwortung heißt, es wären keine Gutachten bekannt, obwohl diese der Fragestellung beigefügt waren.
Dies sehen wir als rein politische Aussagen, welche der Leser im Zusammenhang mit dem hier nachstehend beigefügten Faktencheck mit Quellenangaben zur Fragestellung selbst bewerten kann.

Die Fragen und die Antworten:

1 Der Regionalverband hat nach jahrelanger Planung und hohen öffentlichen Kosten für
Gutachten und Erhebungen offiziell festgestellt, dass es im ganzen Kreis Konstanz nur
zwei geeignete Standorte für Windräder gibt.

Frage: Würden Sie trotzdem befürworten, dass in der Region Windräder gebaut werden
sollen?

Andreas Jung (CDU)
Der Bund setzt Rahmen, über Standorte wird in der Region entschieden. Die Windkraftanlage in Wiechs hat in Tengen und den Nachbargemeinden Akzeptanz erfahren und leistet einen Beitrag zur Energiewende in der Region. Nach Umstellung von Festvergütungen auf Ausschreibungen werden – auch nach einer Nachjustierung,
um „gute Standorte“ im Land zu nutzen - künftig nur Standorte in BW mit starker Windhöffigkeit eine Aussicht auf Förderung haben.
Solche Starkwind-Gebiete gibt es im Landkreis nicht.

Tobias Volz (SPD)
In der Tat kommt die Regionalplanung zum Ergebnis, dass neben Verenafohren nur noch ein weiterer Standort im Kreis als Vorranggebiet für größere Windkraftanlagen gibt. Diese allgemeine Planungsentscheidung bedeutet nicht, dass weitere Standorte überhaupt nicht mehr in Frage kommen. Windkraft ist eine saubere und sichere Energiequelle. Nutzen wir sie im Süden Deutschlands nicht, so werden wir viele Stromtrassen von Nord nach Süd brauchen, die ebenfalls einen Eingriff in das Landschaftsbild bringen werden. Zu berücksichtigen ist zudem, dass für die gleiche Leistung die Photovoltaik viel mehr Fläche verbraucht.

Tassilo Richter (FDP)
Ich bin ein überzeugter Anhänger von moderner Energietechnologie und auch von regenerativen Energien. Insgesamt sehe ich den Windkraftausbau im Hegau aber sehr kritisch. Wir werden der Enerigiewende nicht gerecht, wenn wir Windkraftanlagen an Schwachwindstandorten aufstellen. Eine ernst gemeinte Energiewende
setzt voraus, dass jedes Bundesland seine Stärken einsetzt. In unserem Baden – Württemberg ist das ganz offensichtlich nicht die Windkraft, denn wir sind das Bundesland mit der geringsten Windhöffigkeit. Wir müssen auf neue Speichertechniken, unterirdische Trassen und bessere Energieeffizienz setzen. Windräder sind grundsätzlich in Ordnung, wo sie ökologisch und ökonomisch betrieben werden können. Aber ein Windrad zu bauen, das
sich nicht rechnet und nur durch Subventionen betrieben werden kann, macht für mich wenig Sinn.

Martin Schmeding (Bündnis 90/Die Grünen)
Einleitend möchte ich darauf hinweisen, dass ein weiterer konsequenter Ausbau der erneuerbaren Energien im Allgemeinen und der Windenergie im Speziellen unerlässlich für die Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens sind. Verschiedene Umfragen über das Thema (letztmalig Forsa) haben ergeben, dass eine breite Mehrheit der Bevölkerung (mehr als 80%) sich für einen weiteren Ausbau aussprechen, mehrheitlich selbst Menschen, die in unmittelbarer Nähe von Windrädern wohnen. Die GRÜNEN streben an, bis 2030 eine 100%ige Energieversorgung aus erneuerbaren Energien zu haben. Dafür müssen wir auch die Windenergie weiter voranbringen. Ich werde mich entschieden für den weiteren Ausbau
der Windenergie im Landkreis einsetzen, wenn ich in den Bundestag gewählt werde. Der derzeitige Energiemix in BaWü kann nur in Richtung erneuerbare Energie gedreht werden, wenn wir unseren eigenen Strombedarf weitgehend selbst decken. Große Stromleitungen durchs Land zu legen mit einem entschiedenen Widerstand der Bevölkerung, nur weil der Süden angeblich keine eigene Windkraft rentable betreiben kann, ist schlichtweg
Unfug. Auch in Schwachwindgebieten können Windräder rentabel betrieben werden. Ich habe lieber ein Windrad vor meiner Tür, als ein Kohle-, oder sogar ein Atomkraftwerk.

Walter Schwaebsch (AfD)
Die grundsätzliche Haltung der Alternative für Deutschland in Bezug auf das EEG und Windkraftanlagen ist folgende:
• Das EEG ist ersatzlos zu streichen
• Keine EE-Anlagen in Wäldern und Schutzgebieten
• Keine Vorrangflächen für Windenergieanlagen ohne Zustimmung der betroffenen Bürger
• Mindestabstand von Windenergieanlagen zur Wohnbebauung das 10-fache der Gesamthöhe Deshalb werden wir auf keinen Fall den Bau von Windrädern in der Region befürworten. Grundsätzlich treten wir im Gegensatz zu den Altparteien dafür ein, Bürgerentscheide auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene einzuführen. Der beim Landratsamt Konstanz eingereichte Bauantrag der Firma Solarcomplex AG beweist, dass
ohne ein öffentliches Verfahren die betroffenen Bürger auf undemokratische Art entmündigt werden sollen. Die Profiteure dieser durch öffentliche Mittel geförderten Windkraftanlagen wären die Aktionäre der Firma Solarcomplex AG. Die Bürger hätten die Nachteile zu tragen und müssten diese zwangsweise auch noch finanzieren.

Simon Pschorr (Die Linke)
Die Wende hin zu erneuerbaren Energien ist unverzichtbar, um den Trend zur Klimaerwärmung mit all ihren dramatischen Folgen für die Menschheit zumindest zu verlangsamen. Zu schaffen ist das nur, wenn wir alle Potenziale erneuerbarer Energieerzeugung nutzen. Dazu gehört auch die Windenergie. Der Beschluss des
Regionalverbands, mit der Genehmigung von nur zwei Standorten im Landkreis faktisch aus der Windkraft auszusteigen, halten wir für eine vom St.-Florians-Prinzip diktierte und kurzsichtige Fehlentscheidung.

Armin Kabis (Die PARTEI)
Mein vorläufig, endgültiges Nein.
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2 Der Tourismus hat bei uns eine herausragende Bedeutung für die Wirtschaftskraft und
somit für Arbeitsplätze und Steuereinnahmen. Die Anziehungskraft unserer Region beruht
ganz wesentlich auf ihrem besonderen landschaftlichen Reiz. Die geplanten zwei Windräder
auf dem Kirnberg bei Steißlingen und vier Windräder auf dem Schienerberg wären
jeweils so hoch wie der Stuttgarter Fernsehturm und würden das Landschaftsbild wesentlich
beeinträchtigen.
Frage: Würden Sie solche Belastungen im Verhältnis zum Nutzen für richtig halten?

Andreas Jung (CDU)
Bei sensiblen Flächen am Bodensee sollte Landschaftsschutz Vorrang vor Windkraft haben. Das ist in jedem Einzelfall sorgfältig abzuwägen. Windkraft auf dem Schienerberg scheidet auf deutscher Seite allerdings schon wegen Natur- und Artenschutz aus. Zuständig für Verfahren und konkrete Standorte sind die Länder, Regionen und Landkreise.

Tobias Volz (SPD)
Die Attraktivität des Bodenseeraums für den Tourismus hat viele Quellen. Sie wird von zwei (!) Windrädern auf dem Kirnberg oder vier (!) auf dem Schienerberg, die von weiten Teilen der Bodenseeregion auch gar nicht zu sehen sind, nicht beeinträchtigt. Initiativen wie Windwanderwege nutzen solche Standorte auch für neue touristische Angebote.

Tassilo Richter (FDP)
Nein, denn auch hier ist wegen der geringen Windhöffigkeit der Nutzen zu niedrig. Windkraft ja, an Orten wo es Sinn macht. Im Hegau sehe ich dies nicht. Es macht keinen Sinn, einen Energieträger mit hohem Tempo und Subventionen auszubauen, wenn der produzierte Strom durch nicht vorhandene Speichermedien nicht genutzt werden kann.

Martin Schmeding (Bündnis 90/Die Grünen)
Ich bin seit vielen Jahren Dozent im Fachbereich Tourismus der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. Mir ist keine einzige Studie bekannt, die diese Frage untersucht hat, geschweige denn, eine Studie, die sich gegen Windkraft wegen der angeblichen „Verschandelung der Landschaft“ ausspricht. Ich bestreite vehement, dass Menschen, die im Bodenseegebiet Urlaub machen wollen, dies nicht mehr tun werden, weil neue Windräder die Landschaft verschandeln. Keineswegs bin ich der Meinung, dass beispielsweise
der Windpark Verenafohren in Tengen die Landschaft verschandelt würde. Ganz im Gegenteil: Er weist uns täglich darauf hin, dass der Strom aus den Steckdosen produziert werden muss. Windräder in der Nähe sind zutiefst demokratisch, bürgernah und aus Klimaschutz-Argumenten vernünftig. Vor einiger Zeit waren wir mit der BaWü-Finanzministerin auf dem Hohentwiel und hatten einen sehr schönen Ausblick auf die Hegau-Landschaft. Ich hätte mir gewünscht, dass der Schwarzwaldverein (Bezirk Donau-Hegau-Bodensee), der Hegau-Geschichtsverein und das Forum Erneuerbare Energien Hegau-Bodensee beim Bau der Autobahnen 81 und 96 sowie beim Ausbau der B33 die Argumente der „Verschandelung der Landschaft“ in einer solcher Vehemenz vorgetragen hätten, wie dies jetzt getan wird.

Walter Schwaebsch (AfD)
Derartige Windkraftanlagen würden nicht nur das Landschaftsbild nachhaltig negativ verändern, sondern hätten auch gesundheitliche Belastungen insbesondere infolge von Infraschall und rotierender Schattenwirkung zur Folge.
Ausserdem bleiben in der Ökobilanz von Windkraftanlagen die folgenden Tatsachen meist unberücksichtigt:
• Fundament benötigt ca. 3.500 t Zement, der Turm ca. 2.800 t, das Maschinenhaus ca. 650 t Stahl
• Daraus resultiert ein CO2 Verbrauch nur für den Bau der Anlagen von ca. 4.500 t, hinzu kommt noch der CO2 Ausstoss für Transport von umfangreichen Aushub und Material
• Flächenverbrauch einer Windkraftanlage: bis zu 28 ha
• CO2-Emissionen bei Produktion: 0,57 t pro t Zement, 1,3 t pro t Rohstahl
Die Gesamtheit dieser Faktoren hätten natürlich nicht absehbare Folgen für den Tourismus sowie für die Lebensqualität der Bevölkerung. Deshalb halte ich derartige Belastungen im Verhältnis zum Nutzen für nicht richtig und lehne daher solche Projekte ab.

Simon Pschorr (Die Linke)
Solche Befürchtungen gab es auch in anderen touristisch reizvollen Regionen, etwa in den Küstenländern, wo heute Windräder zum Landschaftsbild zählen. Fakt ist: Der vorausgesagte Rückgang der Besucherzahlen blieb aus. Im Übrigen gibt es touristisch erschlossene Regionen – zum Beispiel Gletscher -, die schon heute zerstört
werden – und zwar vom Klimawandel. Hier wird unwiederbringlich ein Naturschauspiel vernichtet. Was den Nutzen betrifft: Windkraft erzeugt im Vergleich mit anderen Erneuerbaren die größten Strommengen je Hektar – zu den geringsten Kosten je kWh. Selbst die Landesregierung hat ein Ziel von 10% Windstromanteil bis 2020 definiert. Mit neuen, effizienten Windkraftanlagen kann der Anteil am Energienmix gesteigert werden. Wir meinen: Dazu muss auch die Region einen Beitrag leisten.

Armin Kabis (Die PARTEI)
Ich bin selbst Exilhörianer , und im übrigen stehe ich für eine neue harte Politik gegenüber der Schweiz. Mit unserem geplanten Mauerbau zur Schweiz und die mitverbauten Solaranlagen im Sperrgürtel , lösen wir auch das Problem der Energiegewinnung. Ist mit mir nicht zu machen, da wir selbst an einen Zeppelinflughafen auf dem Schienerberg planen. Das gilt auch für den Dellenhau und Kies für die Schweiz.

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3 Die UNESCO hat auf der Schwäbischen Alb die Bedingung gestellt, die Auszeichnung
Welterbe nur zu vergeben, wenn in Sichtweite keine Windräder gebaut werden, worauf
dort die Baugenehmigung aus Gründen des Denkmalschutzes verweigert wurde. Dies
ist mit den Situationen bei Kirnberg und Schienerberg in unmittelbarer Sichtweite zu den
UNESCO Welterbestätten Reichenau und Pfahlbauten direkt vergleichbar.
Frage: Wie würde Ihre Werteabwägung im Entscheidungsfall lauten?

Andreas Jung (CDU)
Die UNESCO-Welterbestätten müssen erhalten bleiben. Dabei ist jede Welterbestätte und jede Planung sorgfältig und individuell zu betrachten. Ungeachtet konkret genannter Standorte und ungeachtet der Thematik - ob es um Windkraft oder um eine anderes Vorhaben geht - wäre ich generell gegen ein Projekt, wenn dessen Umsetzung den Entzug des Welterbe-Status zur Folge hätte.

Tobias Volz (SPD)
Für den Bau von Windrädern ist ein ordnungsgemäßes Baugenehmigungsverfahren erforderlich, bei dem selbstverständlich auch Belange des Denkmalschutzes berücksichtigt werden müssen. Das ist in Baden-Württemberg bewährte Verwaltungspraxis. Im Gegensatz zur Höhe der Schwäbischen Alb handelt es sich beim Hegau um eine menschlich geprägte Kulturlandschaft, nicht um unveränderte Naturlandschaften. Zwei Windräder auf dem 30 Kilometer entfernten Kirnberg haben keinen Einfluss auf die Bewertung der jahrhundertealten Klosterbauten.

Tassilo Richter (FDP)
Nein, denn auch hier ist wegen der geringen Windhöffigkeit der Nutzen zu niedrig. Windkraft ja, an Orten wo es Sinn macht. Im Hegau sehe ich dies nicht. Es macht keinen Sinn, einen Energieträger mit hohem Tempo und Subventionen auszubauen, wenn der produzierte Strom durch nicht vorhandene Speichermedien nicht genutzt werden kann.

Martin Schmeding (Bündnis 90/Die Grünen)
Wie es im Leben in allen Lebensbereichen immer ist, müssen Entscheidungen unter verschiedenen Gesichtspunkten und Interessenlagen abgewogen und getroffen werden. Ich bin sehr dafür, dass wir in Deutschland die derzeitigen Standorte von Kohle-, und Atomkraftwerken mal nach diesem Gesichtspunkt analysieren und uns fragen, ob solche Argumente auch beim Bau dieser Anlagen eine Rolle gespielt haben. Mein Bauchgefühl
sagt mir Windräder haben sich den gleichen baupolitischen und baugenehmigungsrechtlichen Faktoren zu unterziehen, wie jedes andere Bauprojekt auch. Kommt die Genehmigungsbehörde zu dem Schluss, dass hier Schutzaspekte von Weltkulturgütern höher zu gewichten sind als die Energieversorgung, haben die Projektierer in unserem Rechtsstaat die Möglichkeit, gegen diese Entscheidung den Rechtsweg zu bestreiten. Wir steigen aus der Atomkraft definitiv aus. Wir GRÜNEN streben einen definitiven Ausstieg aus der Kohlekraft bis 2030 an. Diese wollen wir ersetzen durch den Ausbau erneuerbarer Energien (mit einem breiten Rückhalt in der Bevölkerung). Diese Argumente sind in den Genehmigungsprozessen der Behörden mit einzubeziehen.

Walter Schwaebsch (AfD)
Meine Werteabwägung wäre identisch mit der Entscheidung auf der Schwäbischen Alb.
Keine Baugenehmigung aus Gründen des Landschafts- und Denkmalschutzes für geplante Anlagen „Kirnberg und Schienerberg“!

Simon Pschorr (Die Linke)
Sie beziehen sich auf den Einzelfall der Höhlenlandschaft des Ach- und Lonetals, dort hatte die UNESCO drei von der EnBW geplante Windtürme in unmittelbarer Nähe als Ausschlusskriterium benannt. Moniert wurde „technische Überprägung, visuelle Dominanz und Maßstabsverlust“. Das ist aus unserer Sicht für die Reichenau nicht zu befürchten, die ausgeprägte Konstanzer Silhouette mit mehreren Hochhäusern, z.B. dem markanten
Telekomgebäude, hat die Prüfer jedenfalls nicht gestört.

Armin Kabis (Die PARTEI)
Hat sich mit uns erübrigt.

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4 Immobilien, die optisch oder akustisch im Einflussbereich von Windrädern liegen, verlieren nachweislich an Wert.
Frage: Wie lautet Ihre Botschaft an betroffene Wohnungs- und Hausbesitzer?

Andreas Jung (CDU)
Ich bin für einen Mindestabstand von 1.000 Metern und darüber hinaus für eine sorgfältige Abwägung im Einzelfall, bei der selbstverständlich die Anliegen der Nachbarn berücksichtigt werden müssen. Zuständig sind Länder, Regionen und Kommunen.

Tobias Volz (SPD)
Anwohner haben Anspruch auf Abstand der Windanlagen von ihren Liegenschaften Empfohlen werden 700 Meter. Weil jedes Bauvorhaben Auswirkungen auf die wirtschaftlichen Interessen der Nachbarn haben kann, sieht das Baurecht vor, dass die wirtschaftlichen Interessen der Grundstückseigentümer mit dem öffentlichen
Interesse einer nachhaltigen Versorgung mit erneuerbaren Energien abgewogen werden müssen.

Tassilo Richter (FDP)
Windräder nur um die Grüne Ideologie zu befriedigen in nicht wirtschaftlichen Gebieten darf es nicht geben. Das man diese noch so nahe an private Häuser stellt das diese dadurch an Wert verlieren ist weder nachvollziehbar noch zu akzeptieren. Windkraft auf offener See oder in Schleswig Holstein macht Sinn und rechnet sich. Die Windkraft im Hegau macht weder ökologisch noch ökonomisch Sinn.

Martin Schmeding (Bündnis 90/Die Grünen)
Ich bestreite als Ökonom diesen Zusammenhang. Gutachten, die dies zum Ergebnis haben, sind bestellte Gutachten. Was entgegnen wir denn den Hauseigentümern in Allensbach, in Hegne, auf der Reichenau, die durch den Ausbau der B33 auch mit einer Wertminderung rechnen können? Glauben Sie, dass der Flughafen Zürich bei seinen Ausbauplänen den Wert der angrenzenden Grundstücke im Blick hat? Die Fragesteller unterscheiden
offensichtlich überhaupt nicht zwischen Individual- und Kollektivinteressen. Die Allgemeinheit hat das Interesse auf eine grundlastsichere Energieversorgung, die eine möglichst geringe Wirkung auf die Gesundheit der Menschen und auf das Klima hat. Dieses Interesse wirkt eindeutig schwerer als der Wert von Immobilien von Einzelpersonen.

Walter Schwaebsch (AfD)
Es geht nicht nur um den zum Teil drastischen Wertverlust der im Einflussbereich von Windrädern liegenden Immobilien, sondern auch um gesundheitliche Belastungen und Beeinträchtigung der Lebensqualität der Bewohner. Meine Botschaft an die betroffenen Wohnungs- und Hausbesitzer lautet:
• Mit Hilfe von Bürgerinitiativen gegen diese Pläne juristisch vorgehen
• Die Öffentlichkeit kontinuierlich über Nachteile und Risiken informieren
• Die Parteien, die solche Projekte befürworten, nicht mehr wählen

Simon Pschorr (Die Linke)
Natürlich ist ein solcher Wertverlust, sollte er eintreten, für die Betroffenen schmerzhaft. Negative Begleiterscheinungen der für das Gemeinwohl unverzichtbaren Energiewende müssen von den beteiligten Akteuren - die IG Hegauwind und die involvierten Kommunen - finanziell abgefedert werden. Die Linke fordert, dass die Wende zu erneuerbaren Energiearten sozial gerecht gestaltet wird. In diesem Fall heißt das, nicht etwa Häuslebauer und Eigenheimbesitzer auf ihren Verlusten sitzen zu lassen.

Armin Kabis (Die PARTEI)
Habe aus Wichs noch nichts Negatives gehört.
Meine Botschaft lautet: Jetzt Die PARTEI wählen. Sie ist sehr gut!

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5 Beim Landratsamt Konstanz läuft ein Genehmigungsverfahren mit Privilegierung für
Windräder auf dem Kirnberg, mitten im Hegau und aus der ganzen Region sichtbar.
Frage: Würden Sie diese Genehmigung befürworten?

Andreas Jung (CDU)
Nach Umstellung der Förderung dieses Jahr hat bei den Ausschreibungen der Kirnberg keinen Zuschlag erhalten. Wenn nachgesteuert wird, werden künftig „gute Standorte“ in BW Aussicht auf Förderung haben. Der Kirnberg zählt dabei nicht zu den starken Wind-Standorten im Land. Unser Kreis wird aber einen wichtigen Beitrag zu weiteren erneuerbaren Energien leisten – durch Biomasse, Wasser und Geothermie und beim Zubau vor allem durch Photovoltaik. Hier müssen wir konsequent die Potenziale nutzen. (vgl. auch Antwort Nr.1)

Tobias Volz (SPD)
Ich weiß, dass unsere Verwaltung das öffentliche Interesse an einer sauberen Energieversorgung aus erneuerbaren Energiequellen sorgfältig und sachkundig mit privaten Interessen wie dem Emissionsschutz, dem Denkmal- und dem Naturschutz abwägen wird. Sie braucht in diesem Fall keine politischen Ratschläge. Nach all dem, was ich als Gemeinderat vom Baurecht weiß, sind die Windräder in der Region genehmigungsfähig.

Tassilo Richter (FDP)
Nein! In keinem anderen Land der Republik weht der Wind so schwach und selten wie in Baden-Württemberg. Die Windräder im Südwesten bieten mit ihrer geringen Auslastung und ihrem Zufallsstrom weder eine verlässliche noch eine wirtschaftlich sinnvolle Grundlage für die Energiewende. Deshalb sollte man Windenergie grundsätzlich auch nur dort gewinnen, wo dies wirtschaftlich ist. Alles andere ist grüne Ideologie.

Martin Schmeding (Bündnis 90/Die Grünen)
Unbedingt.

Walter Schwaebsch (AfD)
Nein, keine Genehmigung für Windräder auf dem Kirnberg!

Simon Pschorr (Die Linke)
Die Energieversorgung ist Teil der Daseinsvorsorge und muss dem Gemeinwohl dienen. Die herrschende Politik tastet die Vormachtstellung der Großkonzerne nicht an, für die nur der Profit zählt. Die Linke will dagegen eine regional ausgerichtete und breit verankerte Energiewende. Wir fordern, dass regionale Einrichtungen weitgehende
Gestaltungsrechte erhalten. Entscheidungen sollen die Betroffenen selbst treffen, z.B. durch Bürgerentscheid. Auch wenn ich eine Genehmigung befürworte, das letzte Wort müssen die Bürger haben.

Armin Kabis (Die PARTEI)
Ich fahr einfach hin und frag die Bürger selber.

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6 Der Schweizer Energieversorger EKS aus Schaffhausen plant auf dem Schienerberg vier
riesige Windkraftanlagen, jede so hoch wie der Stuttgarter Fernsehturm und will diese
Belastung direkt an die deutsche Grenze setzen.
Frage: Würden Sie persönlich dieses Projekt befürworten oder ablehnen?

Andreas Jung (CDU)
Ich wünsche mir, dass auf Schweizer Seite dieselben Maßstäbe angelegt werden wie bei uns und das Projekt dann nicht umgesetzt wird. Wenn der Standort auf unserer Seite der Grenze wäre, würde er aus Gründen des Artenschutzes und des Naturschutzes ausscheiden. Wegen des Milans sind die Standorte auf dem Schienerberg bei uns ausgeschlossen worden. Zudem ist dort ein Natura 2.000-Gebiet – und ich teile die Auffassung von BUND und NABU, dass in solchen Gebieten keine Windkraft sein sollte.

Tobias Volz (SPD)
Mir sind vier Windräder lieber als die veralteten und störungsanfälligen Schweizer Atomkraftwerke bei Leibstadt und Bezau. Diese sind auch nur 30 Kilometer von der Bodenseeregion entfernt und sie stellen im Gegensatz zur Windkraft ein echtes Risiko dar. Viel problematischer für das Image des Bodenseeraums als Wirtschafts- und
Tourismusregion wäre ein Atommüllstandort im grenznahen Benken.

Tassilo Richter (FDP)
Nein! In keinem anderen Land der Republik weht der Wind so schwach und selten wie in Baden-Württemberg. Die Windräder im Südwesten bieten mit ihrer geringen Auslastung und ihrem Zufallsstrom weder eine verlässliche noch eine wirtschaftlich sinnvolle Grundlage für die Energiewende. Deshalb sollte man Windenergie grundsätzlich auch nur dort gewinnen, wo dies wirtschaftlich ist. Alles andere ist grüne Ideologie.

Martin Schmeding (Bündnis 90/Die Grünen)
Ich befürworte dieses Projekt, 100 Mal mehr als das AKW Beznau oder das AKW Leibstadt in unmittelbarer Nähe der deutschen Grenze. Würden diese Windräder umfallen, wäre der Schaden begrenzt. Würde nur eins der AKWs einen Störfall haben, hätte dieser Störfall die Folge, dass unsere ganze Region für eine sehr lange Zeit unbewohnbar wird.

Walter Schwaebsch (AfD)
Auch dieses Projekt würde ich wie begründet selbstverständlich ablehnen!
Wenn derartige Eingriffe in die Landschaft auf schweizerischem Gebiet, aber direkt an der deutschen Grenze geplant werden, müssen die Belange der betroffenen Bevölkerung in der umliegenden Region berücksichtigt werden.

Simon Pschorr (Die Linke)
Der Klimawandel macht an der Landesgrenze nicht halt, und natürlich ist der Umstieg auf erneuerbare Energien auch in der Schweiz nötig. Insofern kann ich auf die vorhergehenden Antworten verweisen. Die konkreten Planungen und die Entscheidungsfindung ist Sache der politischen Institutionen und der Bevölkerung unseres Nachbarlands.

Armin Kabis (Die PARTEI)
Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, ich wiederhole mein politisches Ehrenwort. Mit unserem Einzug in den 19. deutschen Bundestag, werde ich sofort mit der längst nötigen, und von der Konstanzer Mehrheit geforderten Mauer zur Schweiz beginnen. Wohnungsnot, Parkkplatznot, Ehrverlust und leere Regale sind dann nur noch Erinnerung. Finanziert durch Sloranlagen und dem Kreuzlinger GewerbeVerein, ist die Finanzierung gesichert.
Der aggressiven Landnahme im Hegau durch schweizer Landwirte ist mit uns zu Ende.

******Ende der Antworten.

Faktencheck mit Quellenangaben

Erläuterungen zur Befragung der Kandidaten zur Bundestagswahl 2017 Kreis Konstanz

Nach 6 Jahren intensiver Planung und dem erklärten Vorsatz, der Windenergie Raum zu schaffen, kommt die Regionalplanung Hochrhein-Bodensee zu einem deutlichen Ergebnis: Nach den offiziellen Kriterien gibt es im Raum Hegau-Nördlicher Bodensee höchstens zwei potenzielle WKA-Standorte, wovon einer - am Rande des Hegau liegend - inzwischen schon mit drei WKA bebaut wurde. Quelle: http://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/kreis-konstanz/Wenig-Platz-fuer-grosse-Windkraftanlagen;art372432,9347213 

Trotzdem läuft aktuell ein Bauantrag der Firma Solarcomplex AG (mit Privilegierung für Erneuerbare Energien und ohne öffentliches Verfahren) beim Landratsamt Konstanz für zwei Windräder auf der dem Bodensee zugewandten Seite des Steißlinger Kirnbergs.
Schweizer Energieversorger planen sogar vier Windräder auf dem Schienerberg, nur wenige Meter von der Grenze entfernt.

Spätestens seit dem sehr deutlichen Ergebnis der Regionalplanung ist es jedoch an der Zeit, eine grundsätzliche Werteabwägung vorzunehmen und Entscheidungen darüber zu treffen, welche Formen erneuerbarer Energien für die Region Hegau-Bodensee bzw. den Kreis Konstanz anzustreben sind und ob der Bau weniger, aber die Menschen, Tiere und Landschaft belastender Windräder genehmigt werden sollte oder nicht.

Dabei gilt es folgende weitere Faktoren und Tatsachen zu berücksichtigen:

  1. Bundesdeutscher Vergleich Erneuerbare Energien.

Die Region Hegau-Bodensee hat zwar wenig Windräder, aber bereits eine weit überdurchschnittliche Quote an erneuerbaren Energien. Im Hegau, am nördlichem Bodensee und dem Hochrhein, liegt der Anteil erneuerbarer Energien - hauptsächlich Wasserkraft vom Rhein - schon heute bei herausragenden 57,9%.
Dies entspricht der sog. „Schweizer Quote“, nach der unsere Region in Kooperation mit der Schweiz mit grundlastfähigem erneuerbarem Strom versorgt wird. Das ist eine vorbildliche Zahl, die für Gesamtdeutschland noch für Jahrzehnte unerreichbar bleiben wird.
Quelle: Fachkommentar „Stromversorgung in Südbaden“ Werner Adrion, Leiter Netzleitstelle Donaueschingen – Energiedienst – a.D. http://www.forum-hegau-bodensee.de

  1. Strom-Überschüsse:

Deutschland erzeugt schon heute viel mehr (erneuerbaren) Strom als es verbrauchen kann. Die Überschüsse werden u.a. über die Schweiz nach Italien exportiert und, obwohl die Vergütungen an die Erzeuger gezahlt werden, unter Marktpreis oder umsonst verschleudert. Quelle: https://www.swissgrid.ch/swissgrid/de/home.html

  1. Geringes CO2-Einsparpotenzial:

Im regionalen Stromnetz liegt der Anteil fossiler, klimaschädlicher Stromerzeugung schon heute bei nur 5,7% und damit viel niedriger als in Gesamtdeutschland. Das Einsparpotenzial für die CO2-Freisetzung ist bei uns also sehr gering.
Außerdem müssen jene CO2-Freisetzungen gegengerechnet werden, die bei Herstellung, Transport, Montage, Wartung und Entsorgung von Windrädern sowie durch Waldrodungen für die Errichtung von Windrädern anfallen.

Quelle: Fachkommentar „Stromversorgung in Südbaden“ Werner Adrion, Leiter Netzleitstelle Donaueschingen – Energiedienst – a.D. http://www.forum-hegau-bodensee.de

  1. Windkraft schadet dem Landschafts- und Denkmalschutz:
    Windkraftbefürworter argumentieren gerne, dass es in unserer Landschaft ohnehin schon zahlreiche technische Bauwerke gebe, wie z.B. Straßen und Strommasten. Dabei verschweigen sie, dass Windräder technische Großbauwerke einer völlig neuen Dimension darstellen.
    Die Anlagen auf dem Kirnberg oder auf dem Schienerberg sollen 200 Meter hoch werden. Damit wären sie fünfmal so hoch wie ein weniger sichtbarer Gitter-Strommast oder die Kirchtürme im Hegau.

Das Problem ist aber nicht allein die extreme Höhe. Windräder sind auch deshalb ein alles dominierender Blickfang, weil sie immer auf erhöhten Standorten stehen und weil die sich drehenden Rotorblätter zwangsläufig den Blick auf sich ziehen, nachts mit blinkender Warnbeleuchtung.
Durch diese überdimensionierten Fremdkörper verlieren die zahlreichen historischen Baudenkmäler der Umgebung ihren landschaftsprägenden Charakter (z.B. die Hegauer Burgen Hohentwiel, Altbodman und Langenstein). Aus genau solchen Gründen haben die zuständigen Landratsämter im Jahr 2016 schon mehreren Windparks in besonders wertvollen Kulturlandschaften die Genehmigung verweigert, so z.B. im Fall Schloss Lichtenstein bei Reutlingen
(Quelle: http://www.tagblatt.de/Nachrichten/Keine-Windkraftraeder-bei-Schloss-Lichtenstein-331046.html

Das Reutlinger Landratsamt hatte im November 2016 nach diversen Gutachten, Begehungen und Anhörungen die geplanten Windräder aus Gründen des Denkmalschutzes abgelehnt. Der Projektierer legte Widerspruch ein, doch auch das Regierungspräsidium Tübingen unterstützte die Entscheidung. Nun hat die Windkraft-Firma Klage beim Verwaltungsgericht Sigmaringen eingelegt.

  1. Windkraft bedroht unser UNESCO-Welterbe:
    Den UNESCO-Welterbestätten Klosterinsel Reichenau und Prähistorische Pfahlbauten (Fundstätten u.a.: 1 Wangen-Hinterhorn, Öhningen; 2 Hornstaad-Hörnle, Gaienhofen; 3 Allensbach-Strandbad, Allensbach; 4 Wollmatingen-Langenrain, Konstanz; 5 Konstanz-Hinterhausen, Konstanz; 6 Litzelstetten-Krähenhorn, Konstanz; 7 Bodman-Schachen, Bodman-Ludwigshafen; 8 Sipplingen-Osthafen, Sipplingen; 9 Unteruhldingen-Stollenwiesen, Uhldingen-Mühlhofen) droht möglicherweise die Aberkennung des international begehrten Welterbe-Titels. Grund: Diese Stätten liegen in direkter Sichtverbindung zu den geplanten Windrädern auf dem Kirnberg und dem Schienerberg und sind somit in ihrer Authentizität und Integrität potenziell beeinträchtigt. Deshalb prüft die für die Betreuung der deutschen UNESCO-Welterbestätten zuständige Organisation derzeit eine mögliche Intervention.
    Entweder Windkraft oder UNESCO Welterbe, hieß es auch für die prähistorischen Höhlen auf der Schwäbischen Alb (Quelle: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.konflikt-auf-der-alb-windkraft-oder-welterbe-eins-muss-weichen.e86e02db-7368-479a-90f9-3120dbd32a9b.html).
    Nachdem das Landratsamt des Alb-Donau-Kreises den WKA-Genehmigungsantrag abschlägig beschieden hatte, wurde der Welterbe-Titel verliehen.(Quelle: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/unesco-eiszeit-kunst-auf-der-schwaebischen-alb-wird-weltkulturerbe-a-1156878.html).
  1. Auswirkungen auf Tourismus, regionale Wirtschaft und Infrastruktur:

Der Tourismus hat im Bodenseeraum und Hegau eine herausragende Bedeutung für die Wirtschaftskraft und somit für Arbeitsplätze und Steuereinnahmen. Die Anziehungskraft unserer Region beruht ganz wesentlich auf ihrem besonderen landschaftlichen Reiz. Die Tourismusregion Hegau-Bodensee ist bisher frei von Windrädern. Auch sonst gibt es bei uns keine überdimensionierten, großtechnischen Bauten, die unsere jahrhundertealte, bis heute nur maßvoll veränderte Natur- und Kulturlandschaft wesentlich und weithin sichtbar beeinträchtigen würden.
Um diesen Zustand zu erhalten, appellieren zahlreiche betroffene Betriebe aus Hotellerie, Gastronomie und Vermieter von Ferienwohnungen und Erholungsheimen an die Behörden, insbesondere die geplanten Windräder auf dem Kirnberg nicht zu genehmigen und sich gegen die geplanten Schweizer Windräder auf dem Schienerberg zu wehren.
Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband warnt in einem Schreiben vom 12.9.2016 an die zuständigen Behörden eindringlich vor dem Bau der Kirnberger Anlagen.
Erfahrungen aus anderen Tourismusregionen haben den negativen Einfluss von Windrädern auf den Tourismus nachgewiesen und die Beeinträchtigungen sind buchstäblich „unübersehbar“.
Eine Untersuchung im Schwarzwald (Fachhochschule Furtwangen) ergab, dass 72% der Befragten die Windenergie generell befürworteten. Aber: 49% lehnen Eingriffe in Natur und Landschaftsbild für Windenergie ab. Und jeder Dritte der Befragten (33%) würde beim Bau von Windrädern seinen Urlaub in Zukunft woanders buchen. (Quelle: http://www.hs-furtwangen.de/fileadmin/user_upload/Fakultaet_WI/Dokumente/Studium/Windkraft_im_Schwarzwald.pdf

Die Schwarzwald Tourismus GmbH befürchtet einen Besucherrückgang um 22% (Quelle: http://www.schwarzwald-tourismus.info/presse/Pressemeldungen-nach-Themen/Schwarzwald-Tourismus/Windkraftstudie).

Eine deutschlandweite Studie der Universität Hannover zeigte, dass der negative Einfluss von Windrädern auf den Tourismus in küstenfernen Gebieten besonders ausgeprägt ist; die Effekte waren in einem Umkreis von 20 km um die Windradstandorte messbar. (Quelle: https://www.researchgate.net/publication/283526875_Gone_with_the_wind_The_impact_of_wind_turbines_on_tourism_demand).  Eine Studie in Süddeutschland zeigte, dass 26% der Befragten nicht mehr Urlaub in einer Region machen würden, in der Windkraftanlagen an den Aussichtspunkten entlang der Rad- und Wanderwege stehen. (Quelle:https://www.researchgate.net/publication/283526875_Gone_with_the_wind_The_impact_of_wind_turbines_on_tourism_demand).

  1. Schall und Infraschall
    Das Schallgutachten für die beantragten Windkraftanlagen auf dem Kirnberg bei Steißlingen ist gemäß VDI-Nachrichten nicht auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand und somit unzureichend. Quelle: http://www.vdi-nachrichten.com/Technik-Wirtschaft/Schallprognosen-greifen-zu-kurz

Welche Folgen solche ungeeigneten Lärmgutachten haben können, zeigt das Beispiel des Schuttertals im Schwarzwald. Die dortigen Windräder sind viel lauter als prognostiziert, die Anwohner klagen über „wummernden“ Lärm (Quelle: http://www.badische-zeitung.de/schuttertal/der-windpark-muss-im-schuttertal-nachbessern--129886444.html).

Insbesondere der sog. Infraschall führt in der Umgebung von Windrädern häufig zu einer Gesundheitsbelastung (Quelle: http://umweltmessung.com/wp-content/uploads/2015/06/Kommentierung-Studien-Infraschall.pdf).

In Bayern gilt zum Schutz der Bevölkerung die sogenannte 10H-Regel. Das heißt die Entfernung von Wohngebäuden muss mindestens zehnmal so groß sein wie die Höhe des Windrads. Beispiel: Ein 200 Meter hohes Windrad muss mindestens 2.000 Meter vom nächsten Wohnhaus entfernt liegen. In Baden-Württemberg wurde sogar schon der in den Koalitionsverhandlungen vereinbarte Richtwert von nur 700 Metern unterschritten.

  1. Windkraft verringert den Wert von Immobilien:

Immobilien, die optisch oder akustisch im Einflussbereich von Windrädern liegen, verlieren an Wert. Dies wurde in einer Studie der London School of Economics nachgewiesen.     (Quelle: http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0095069615000418

  1. Windkraft schadet dem Naturschutz:

Die meisten der als besonders windkraftempfindlich klassifizierten Vogelarten haben eines ihrer wenigen noch vorhandenen Vorkommen in Baden-Württemberg. Insbesondere in den Vogelschutzgebieten Untersee, Überlinger See, Mindelsee, Bodanrück und Hohentwiel-Hohenkrähen ist die Erhaltung dieser Vorkommen ausdrückliches Ziel; das Wollmatinger Ried im Untersee hat überragende internationale Bedeutung, u.a. als Zwischenstation für Zugvögel. Alle hier genannten Vogelschutzgebiete liegen in Sichtweite der geplanten Windräder auf dem Kirnberg und Schienerberg - und damit nach aktuellsten Erkenntnissen der Ornithologen im Gefährdungsbereich durch die dort geplanten Windräder. Zu Artenschutzgutachten allgemein, Zitat: „Der NABU befürwortet den naturverträglichen Ausbau der Windkraft sowohl an Land als auch auf dem Meer, weist jedoch auf gravierende Versäumnisse bei der Standortwahl und Realisierung einzelner Projekte hin.“Quelle: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/gefaehrdungen/windenergie/index.html

  1. Die Region hat viel Sonne, aber wenig Wind:

Der Ausbau erneuerbarer Energien ist in jeder Region sinnvoll, allerdings ist nicht jede Technik an jedem Ort geeignet. Gerade die Photovoltaik hat angesichts der vielen Sonnenstunden bei uns großes Potenzial. Besonders sinnvoll ist die dezentrale Photovoltaik mit Speichermöglichkeit für den privaten oder gewerblichen Eigenbedarf, weil damit größere unkontrollierte und wechselhafte Einspeisungen ins Stromnetz vermieden werden, wie sie bei großen WKA zwangsläufig auftreten (Quelle: http://www.renewable-energy-concepts.com/german/sonnenenergie/basiswissen-solarenergie/geografische-lage-kwhm2.html).
Dagegen zählt der Raum Hegau-Bodensee zu den windärmsten Gebieten in Baden-Württemberg, die „Windhöffigkeit“ ist gering (Quelle: https://um.baden-wuerttemberg.de/de/energie/erneuerbare-energien/windenergie/planung-genehmigung-und-bau/windatlas-bw/).

Es ist in diesem Zusammenhang bezeichnend, dass die Projektierer der Windräder in Verenafohren und Kirnberg ihre Wind-Prognosen fälschlich als zertifizierte Wind-Gutachten nach den Mindeststandards des Bundesverbands Windenergie deklariert haben und diese bis heute unter Verschluss halten – trotz wiederholter Forderung nach Offenlegung (Quelle: Dossier Faktencheck 2.0 Prognosen als Gutachten deklariert  http://www.forum-hegau-bodensee.de).

  1. Windkraft ist in Schwachwindgebieten unwirtschaftlich und nicht wettbewerbsfähig:

Nach dem Bau von rund 27.000 subventionierten Windrädern hat die Bundesregierung erkannt, dass eine bedingungslose und pauschale Förderung wenig Sinn macht, und deshalb mit der jüngsten Revision des Erneuerbaren Energien Gesetzes die Förderung auf ein Wettbewerbsverfahren (Ausschreibung) umgestellt. Obwohl es im neuen Gesetz eine Sonderklausel für Schwachwindgebiete gibt und darüber hinaus Bürgerenergiegesellschaften Anträge unter besonders günstigen Konditionen stellen können, hat in den beiden ersten Ausschreibungsrunden kein einziges Projekt im Südwesten einen Zuschlag erhalten. Quelle: https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2017/15082017_WindAnLand.html?nn=265778.

Das beweist: aus ideologischen Motiven geförderte Schwachwindräder können dem Wettbewerb aus dem windreichen Norden nicht standhalten. Die EnBW und weitere Projektierer verfolgen bereits gigantische Offshore-Projekte, welche völlig ohne Subventionierung auskommen werden. Quellen: https://www.welt.de/wirtschaft/article163681001/Die-brutale-Kostenwahrheit-ueber-die-Windkraft-Branche.html und http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/energiepolitik/windparks-ohne-foerderung-erneuerbare-energie-lohnt-sich-endlich-14971139.html

Der Ausbau der Stromtrassen von Nord nach Süd ist per Bundesgesetz beschlossen, um bereits gebaute Windkraftkapazitäten aus dem Norden abführen zu können, was in absehbarer Zeit einem wirtschaftlichen Todesurteil für in Schwachwindgebieten produzierten Windstrom gleichkommt. Quelle: https://www.transnetbw.de/de/suedlink

Verfasser: Dr. rer. nat. Martin Dölberg, Fachbeirat  / Markus Bihler, Sprecher,
Stand 22. August 2017

*********

Anschreiben an die Kandidaten vom  25.August 2017

An:    Die Kandidaten zur Bundestagswahl 2017 im Landkreis Konstanz         
Von:  Schwarzwaldverein Bezirk Donau-Hegau-Bodensee, Hegau-Geschichtsverein und Forum Hegau-Bodensee

Betrifft: Kandidatenbefragung zur Zukunft der Windenergie im Kreis Konstanz.

Es gibt in der Region Hegau-Bodensee seit geraumer Zeit politische Diskussionen, ob hier Windräder gebaut werden sollen oder nicht.
Obwohl dies klarer Stellungnahme bedarf, gab es von der Politik hierzu bisher oft nur unzureichend klare Aussagen.

Deshalb haben sich zum Anlass der Bundestagswahl, drei heimatbezogene Organisationen

  • der Schwarzwaldverein,
  • der Hegau-Geschichtsverein und
  • das Forum Hegau-Bodensee

für eine medienübergreifende Plattform zur schriftlichen Kandidatenbefragung zusammengeschlossen.
Sie stellen in einer konzertierten Aktion für ihre gesamthaft rund 8.000 Mitglieder relevante Fragen an die Kandidaten, um zu dieser Thematik politische Klarheit für die Wahl zu schaffen.

Ein besonderer Zeitpunkt ist gleichzeitig, dass kürzlich der Regionalverband Hochrhein-Bodensee seine Untersuchungen abgeschlossen und veröffentlicht hat. Nach 6 Jahren intensiver Planung und dem erklärten Vorsatz, der Windenergie Raum zu schaffen, kommt das offizielle Verwaltungsorgan Regionalplanung Hochrhein-Bodensee zu einem sehr deutlichen Ergebnis: Im Raum Hegau-Nördlicher Bodensee gibt es höchstens zwei potenzielle Standorte, wovon einer - am Rande des Hegau liegend - inzwischen schon mit drei Windrädern bebaut wurde.

Für die drei hier Fragen stellenden Organisationen, bedeutet dies in logischer Konsequenz:

Wenn Windräder überhaupt nur sehr wenig Beitrag zur Energiewende und für die Region leisten können, wäre es nicht richtig, trotzdem die Landschaft und Menschen mit einzelnen über 200 Meter hohen Industrieanlagen zu beeinträchtigen.

Trotz der Feststellungen der Regionalplanung gibt es den Rechtsweg, mit Ausnahmegenehmigung und ohne öffentliches Verfahren, zu bauen. Beim Landratsamt Konstanz läuft derzeit ein Bauantrag der Firma Solarcomplex AG für zwei riesige Windräder auf dem Kirnberg bei Steißlingen und Schweizer Energieversorger planen gleich vier Windräder auf dem Schienerberg, direkt an der deutschen Grenze.

Spätestens seit dem deutlichen Aus für die Windkraft als Ergebnis der Regionalplanung ist es jedoch an der Zeit, eine grundsätzliche Werteabwägung vorzunehmen und Entscheidungen darüber zu treffen.

 Da in Podiumsdiskussionen oft nur vage Aussagen gemacht werden, haben sich die Träger dieser medienübergreifenden Plattform entschlossen die Fragen und Antworten schriftlich zu fixieren.
Jeder der Kandidaten erhält den beigefügten Fragebogen und das beigefügte Fachdossier mit Quellenangaben.
Die Antworten werden von den drei Organisationen ihren Mitgliedern, den regionalen Print-, Radio- und TV-Medien und sozialen Netzwerken zugestellt.

Mit den Antworten der Kandidaten erhalten unsere Mitglieder und alle Bürgerinnen und Bürger des Landkreises eine wertvolle Entscheidungshilfe für die kommende Bundestagswahl, weshalb wir insbesondere den SÜDKURIER und das WOCHENBLATT bitten, entsprechend umfangreich zu berichten.

Die gemeinsamen Träger:
 Schwarzwaldverein e. V. Bezirk Donau-Hegau-Bodensee, Vorsitzender Ekkehard Greis
www.schwarzwaldverein.de/bezirk/donau-hegau-bodensee, Hauptgeschäftsstelle, Schlossbergring 15, 79098 Freiburg
Hegau-Geschichtsverein, Vertretungsberechtigter Vorstand Wolfgang Kramer
www.hegau-geschichtsverein.de, Hohgarten 2 (Rathaus), 78224 Singen (Hohentwiel)
Forum Hegau-Bodensee, Sprecher Markus J.M. Bihler
www.forum-hegau-bodensee.de, Fritz-Reichle-Ring 6a (Radolfzeller Innovations- und Technologiezentrum), D-78315 Radolfzell

Dieses Forum ist die gemeinsame Plattform der Bürgerinitiativen von

Facebook mit vielen interessanten Beiträgen:
Bürgerinitiativen Hegau-Bodensee

Fachbeirat
Forum Hegau Bodensee

Prof. Dr. Georg Sonntag, Weihenstephan, gerichtlich 
vereidigter Sachverständiger für Wald und Naturschutz
Peter Eitze, Erster Staatsanwalt a.D., Rechtsanwalt
Dr. rer. nat. Martin Dölberg, Öffentlichkeitsarbeit
Leopold Graf Douglas, Hege & Jagd
Dr. rer.nat. Frank Wehner, Physik 
Dipl. Math. Ulrich Murschall, Mathematik, Physik 
Dipl. Ing. Willy Fritz, Physik, Strömungstechnik
Dr. Axel Wasmuth, Literaturwissenschaft
Dr. Albrecht Freiherr v. Stotzingen, PV-Investitionen
Forstdirektor Paul Lübbers, Wald & Forstwirtschaft
Gisela Lejeune-Härtel, Ornithologie, Naturschutz
Wolfgang Braun, Landschaftsbau, Hoch &Tiefbau
                      kontakt@forum-hegau-bodensee.de

 

Fachkommentar

Stromversorgung in Südbaden

 

 Zusammenfassung 

Im Hochrheingebiet einschließlich badischem Bodensee liegt der Anteil erneuerbarer Energien (in diesem Fall Wasserkraft vom Rhein) schon heute bei herausragenden 57,9% und der Anteil fossiler, klimaschädlicher Stromerzeugung bei nur 5,7%. Dies sind vorbildliche Zahlen, die für Gesamtdeutschland noch für Jahrzehnte unerreichbar bleiben werden.

Die naturbedingte Volatilität der Windkraft ist ein massives Hindernis bei der Erreichung des Ziels einer nachhaltigen, sicheren Versorgung mit Strom aus erneuerbaren Energien. Der spektakulärste „Beitrag“ der Windenergie im Hochrheingebiet einschließlich badischem Bodensee ist schon heute eine Kannibalisierung der Wasserkraft: Bei optimalem Wind muss zum Ausgleich das modernste Wasserkraftwerk Europas in Rheinfelden seine Leistung um bis zu 50% drosseln - das Rheinwasser fließt ungenutzt ab, grundlastfähige erneuerbare Energie wird durch nicht grundlastfähige Windkraft kannibalisiert. Das ist paradox und zeigt, dass in unserer Region die Windenergie für eine sichere Versorgung mit erneuerbarer Energie nicht erforderlich ist. Hinzu kommt, dass Deutschland schon heute viel mehr Strom erzeugt als es verbraucht und die Überschüsse exportiert.

 Begründung

Die Frage nach Zweck und Ziel der sog. Energiewende beantwortet zumindest teilweise das Erneuerbare-Energien-Gesetz § 1 Absatz 1: „Zweck dieses Gesetzes ist es, insbesondere im Interesse des Klima- und Umweltschutzes eine nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung zu ermöglichen, die volkswirtschaftlichen Kosten der Energieversorgung auch durch die Einbeziehung langfristiger externer Effekte zu verringern, fossile Energieressourcen zu schonen und die Weiterentwicklung von Technologien zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien zu fördern.“

Zentraler Begriff ist also die Energieversorgung und nicht die bloße Energieerzeugung.

Zur Klärung der Frage, ob Windenergie im Südwesten zur Energieversorgung erforderlich ist, muss zunächst der Status quo analysiert werden. Die folgenden Abschnitte beruhen – sofern keine anderen Quellen angegeben sind – auf dem Fachwissen von Herrn Werner Adrion, Löffingen, Leiter der Netzleitstelle Donaueschingen (Energiedienst) a.D.

Der Südwesten wird im Folgenden verstanden als die real bestehende Netz-Versorgungseinheit, die seit über 100 Jahren im Dreiländereck zwischen Deutschland, Frankreich und der Schweiz besteht. Geographisch ist dies der Raum zwischen Oberrhein und Bodensee sowie zwischen Hochrhein und dem Schwarzwald auf der Höhe von Villingen-Schwenningen. Der bereits um die Jahrhundertwende vom 19./20. Jh. in seinen Grundzügen angelegte Kraftwerkspark und das nach und nach erweiterte Versorgungsnetz ist das Rückgrat der Stromversorgung im Dreiländereck und blieb über alle Wirren und Kriege des 20. Jahrhunderts bestehen.

Der Südwesten besteht aus den Versorgungsbereichen Hochrhein und Oberrhein. Der Netzbereich Hochrhein einschließlich Badischem Bodensee / Hegau wird über die sog. Hochrheinschiene versorgt.

Zur Kraftwerkssituation ist festzustellen, dass sich südlich der Linie Karlsruhe-Stuttgart schon heute kein einziges fossiles Großkraftwerk befindet. Südlich dieser Linie befinden sich Laufwasserkraftwerke, die Speicherkraftwerke der Schluchseewerke und zwei Kernkraftwerke.

Der Südwesten bezieht seit Beginn der elektrischen Stromversorgung vor rund 110 Jahren CO2-freien Strom aus Wasserkraft vom Hochrhein und seit dem Bau des Rhein-Seitenkanals auch vom Oberrhein. Wasserkraft gilt als die sauberste aller regenerativen Energien und besitzt im Gegensatz zu Wind- und Solarenergie Regel- und Grundlastfähigkeit, steht also nahezu konstant zur Verfügung.

Am Oberrhein (Kanal) zwischen Kembs und Iffezheim sind ca. 1.474 MW französische Laufwasserkraftwerke installiert. Im Bereich des Hochrheins zwischen Schaffhausen und Birsfelden sind Laufwasser-Grenzkraftwerke mit einer Ausbauleistung von insgesamt ca. 800 MW installiert.

Im Ergebnis sind am Hoch- und Oberrhein 2.274 MW (nämlich 800 MW plus 1.474 MW) an regenerativer Generatorenleistung allein aus Rheinwasser für uns im Südwesten wirksam. Dazu kommen noch die Speicherkraftwerke der Schluchseewerke mit rund 1.300 MW (dort sind natürliche Zuflüsse vorhanden, die sich vom südöstlichen Teil des Feldberges und teilweise aus dem Titisee speisen). Zu erwähnen sind außerdem die Kernkraftwerke Leibstadt (CH) mit 1.200 MW und Fessenheim (F) mit rund 1.800 MW, die jedoch in absehbarer Zeit entfallen dürften.

Dieser Generatorenleistung der Kraftwerke steht ein geschätzter Leistungsbedarf (Stromverbrauch) der Hochrheinversorgung von 700 MW und der Oberrheinversorgung von 800 MW gegenüber, in Summe also etwa 1.500 MW.

Für den Bereich Oberrhein und Hochrhein ist also im Grundsatz schon heute von einer Überversorgung mit CO2-freier, grundlastfähiger und regelbarer Energie allein aus Wasserkraft auszugehen. Dies ist konsistent mit den offiziellen Angaben einiger regionaler Stromversorger zu ihrem derzeitigen Anteil erneuerbarer Energie (ganz überwiegend aus Wasserkraft): Energiedienst 100%, Badenova 82,5%, Stadtwerke Müllheim/Staufen 100%.

Maßgebliche Grundlage für die Versorgung über die Hochrheinschiene ist jedoch die sog. „Schweizer Quote“, d.h. der in der Schweiz erzeugte Strom-Mix (57,9% Wasserkraftwerke, 36,4% Kernenergie und 5,7% konventionelle fossile Kraftwerke). Ausschließlich gemäß der „Schweizer Quote“ versorgt werden Hochschwarzwald-Baar, Hochrheingebiet, Markgräflerland und Badischer Bodensee / Hegau.

Dieser so beschriebene Strom-Mix am Hochrhein hat damit fossile Anteile in Höhe von nur 5,7%. Hieraus – und gemeint ist ausschließlich hieraus – würden sich dann die theoretisch möglichen CO2-Einsparpotentiale errechnen. Soweit es um den Bau von Windkraftanlagen in Waldgebieten geht, sind allerdings die Verluste an bewaldeten Flächen gegenzurechnen. Eine wesentliche Funktion des Waldes in diesem Zusammenhang ist bekanntlich die, dass er eine äußerst wertvolle Kohlenstoffsenke darstellt. CO2-Emissionen aufgrund der Produktion, Errichtung, Unterhaltung und späteren Entsorgung von Windkraftanlagen sind ebenfalls gegenzurechnen.

Energieversorgung in unserem hochindustrialisierten Land bedingt, dass sozusagen zu jeder Sekunde im Netz ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Erzeugung und Verbrauch aufrechterhalten wird. Dazu dient die sog. Sollfrequenz von 50 Hz. Schwankungen müssen ausgeglichen werden.

Ebenso wie die Solar- ist auch die Windenergie in höchstem Maße volatil. Sie allein eignet sich daher nicht dazu, einen Beitrag zur Versorgungssicherheit zu leisten. Der installierten Nennleistung nach müsste der bundesweite Strombedarf allein durch Windenergie gedeckt werden können. Tatsächlich dümpelt die produzierte Leistung über Stunden, Tage, ja Wochen im niedrigen einstelligen Prozentbereich der installierten Nennleistung. Hierzu nur ein Beispiel aus dem Südwesten: Die neue Windkraftanlage E101 in Weissmoos bei Emmendingen erzeugte innerhalb der ersten 79 Tage des Jahres 2015 an 59 Tagen weniger als 50% und an 37 Tagen sogar weniger als 10% der vorgesehenen Nennleistung (https://swe-emmendingen.de/umwelt-projekte/buerger-wind-projekt/). Das entspricht auch den von TransnetBW veröffentlichten Daten, nach denen die stark schwankenden Einspeiseleistungen der Windkraftanlagen zur Versorgungssicherheit in Baden-Württemberg keinen tatsächlichen Beitrag leisten können (http://www.transnetbw.de/de/kennzahlen/erneuerbare-energien/windenergie).

Beim aktuellen Ausbauzustand der Windkraftanlagen im Südwesten ist bereits heute feststellbar, dass die verursachten volatilen und unkoordinierten Einspeisungen aus der Windenergie die Wasserkraft kannibalisieren. In Abhängigkeit von den volatilen Einspeisungen muss inzwischen der Energiedienst das modernste Wasserkraftwerk Europas in Rheinfelden in seiner Leistung in der Spitze um bis zu 50% drosseln (siehe Energiedienst Kundenzeitschrift „NaturKunde“ 1/2015, Seite 9: https://www.naturenergie.de/fileadmin/energiedienst/Dokumente/Unser_Plus/NaturKunde/2015_01_NaturKunde.pdf). Das Rheinwasser fließt ungenutzt ab – grundlastfähige erneuerbare Energie wird durch nicht grundlastfähige Windkraft kannibalisiert. Das ist paradox und zeigt, dass in unserer Region die Windenergie für eine sichere Versorgung mit erneuerbarer Energie nicht erforderlich ist.

Hinzu kommt, dass Deutschland schon heute viel mehr Strom erzeugt als es verbraucht. Daher exportiert Deutschland fast permanent große Strommengen in die Schweiz und weiter nach Italien (siehe aktuelle, minutengenaue Grafik unter https://www.swissgrid.ch/swissgrid/de/home.html/).

Solange die Erzeugung von Strom durch Windkraftanlagen nicht durch adäquate Speicher ergänzt werden kann, machen derartige Anlagen im Südwesten keinerlei Sinn. Adäquate Speichertechnologie steht jedoch auf unabsehbare Zeit weder konzeptionell noch physisch zur Verfügung.

Dr. rer. nat. Martin Dölberg, Fachbeirat (ViSdP) / Werner Adrion, Löffingen, Leiter der Netzleitstelle Donaueschingen (Energiedienst) a.D.

 www.forum-hegau-bodensee.de

 

Energie geht uns alle an – jeder von uns braucht sie!

(Lesezeit 2 Min.)

Es ist allgemeingültig, dass erneuerbare Energien grundsätzlich zu bevorzugen sind. 

Auf jeden Fall aber solche mit kontinuierlicher Grundlastfähigkeit, wie die Wasserkraft des Rheins.
So sollte es nicht sein, dass der zufällig auftretende Windstrom höher subventioniert wird.

Und es geht gar nicht, dass wenn der Wind weht, das Kraftwerk Rheinfelden die Turbinen runterfahren muss!

Nicht jede Form der Gewinnung macht auch in jeder Region Sinn.So wie subventionierter Weinanbau in den Hochalpen keinen Sinn machen würde.

Die Region Hegau-Bodensee hat das geringste Windaufkommen in Deutschland.

Aber wir haben die meisten Sonnenstunden!
 

Das heißt logischerweise, die Region Hegau-Bodensee sollte auf Solar setzen.
Flächen und Möglichkeiten stehen zur Verfügung, ohne schwerwiegende Eingriffe in die Landschaft.

Leider wird aber der Windstrom momentan noch deutlich höher subventioniert.

Darum wollen manche Politiker und manche Stadtwerke Windräder finanzieren.

Verführt durch falsch deklarierte Gutachten und unbewiesene Renditeversprechungen.
Die Projektierer und Erbauer verdienen – den Betreibern (Stadtwerke) bleiben die dauerhaften Verluste.

Dies insbesondere in Gebieten mit geringem Windaufkommen, wo große Stromproduzenten passen. Die EnBW z.B., hat bei uns real gemessen und das Vorhaben aufgegeben, weil´s einfach keinen Wert hat. Das tatsächliche Windaufkommen war 37% unter dem Windatlas der Landesregierung.

Was muss geschehen?

- die Behörden müssen die falsch deklarierten "Gutachten" auf Mindestanforderungen Bundesverband Windenergie TR6 prüfen!

- Stadtwerke dürfen nicht ohne Gutachten mit Mindeststandards BWE nachgewiesene Windhöffigkeit finanzieren!

- es muss die lokale Wertschöpfung im Vergleich zu Tourismus und Landschaftsschutz  vom Landratsamt geprüft werden!

- es dürfen keine Sonderrechte (Privilegierung) für "Weinanbau in den Hochalpen" gewährt werden!

Es braucht des Bürgers Wille um der Verwaltung und Politik parteiunabhängig einzufordern dass an die Regionen angepasste Energiekonzepte zu entwickeln und zu fördern sind.

Deshalb bitte die Petition am Anfang der Seite zeichnen!

 

Die Projektierer haben es eilig, denn auch bei den kommunalen Entscheidungen gab es bedenkliche Ungereimtheiten bezüglich der Wirtschaftlichkeit des Projekts, welche jedoch ausdrücklich Bedingung zur Beteiligung und Finanzierung war.

Der TÜV-SÜD hat schriftlich bestätigt dass statt üblicher "Gutachten", nur wenig aussagende und nicht den offiziellen Mindeststandards für Gutachten entsprechende "Prognosen" bestellt wurden.
Diese waren dann aber, von den Projektierern fälschlicherweise als "Gutachten" deklariert, die Entscheidungsgrundlage der beteiligten Stadt- und Gemeinderäte. Und schließlich muss man, wenn man dafür Hundertausende von Euro bezahlt hat, auch echte Gutachten erwarten.

Tatsächlich ist verwunderlich, dass man dies in der lokalen Politik und den Verwaltungen versucht totzuschweigen. Die beteiligten Kommunen haben sogar zugestimmt dass die "Gutachten" ohne guten Grund verheimlicht werden, was besonders zu denken gibt. Solche Gutachten anderer kommunaler Träger kann man im Internet nachlesen. Wenn allerdings klar wird dass es zu wenig Wind gibt, offenbart sich die Sinnlosigkeit Windräder bauen zu wollen.

 

 

 

Quelle: www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/singen/Neues-Forum. Vereinbart  wurde  das Treffen im Rahmen einer vom SÜDKURIER  moderierten  Diskussionsveranstaltung. 

Neues Forum bringt Gegner 
ins Gespräch

➤ Konferenz für Windkraft-Kritiker und Befürworter

➤ Investoren, Politiker und Verbände an einem Tisch

➤ Suche nach gemeinsamen Lösungen

 

Die Konferenzteilnehmer

Initiator und Gastgeber:
Forum Erneuerbare Energien Hegau-Bodensee
Sprecher, Markus Bihler

Politik: Andreas Jung MdB, CDU
Wolfgang Reuther MdL, CDU

Bürgerinitiativen Hegau-Bodensee:
Christoph Graf Douglas

Albrecht Freiherr von Stotzingen
Joachim Mehl, Gunther Gross
 Dr. rer.nat. Frank Wehner

Windkraftinvestoren:
Bene Müller und Jörg Dürr-Pucher, Solarcomplex AG

Stefan Kempf und Stephan Einsiedler, EnBW Regional AG

Naturschützer:
Thomas Körner, NABU, Eberhard Koch, BUND

Experten:
Hansjörg Jung, Präsidialrat für Umwelt und Naturschutz

Dipl.Ing. Ulrich Bielefeld, Landschaftsarchitekt

Wirtschaftsvertreter: 
Dieter Wäschle, stellv. Vorsitzender des
Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes BW

Die  Zielsetzung  der  Konferenz ist, im Rahmen einer  Expertendiskussion  und  qualifizierter ökonomischer und ökologischer Werteabwägung festzustellen, ob es in der Region Hegau-Bodensee  sinnvoll  wäre  den  Bau  von Windrädern zu verfolgen, oder in dieser landschaftlich  sensiblen  Region  mit starker  touristischer  Wirtschaftsprägung potentielle Alternativen zu realisieren“, fasst Markus Bihler als Initiator  zusammen.

Eine Grundsatzfrage sei dabei, wie viel regional produzierte Energie vorstellbar sei.                                            

Konsens bestand, dass eine Autonomie der Region nicht denkbar ist. Die Stromtrassen aus  dem  Norden  sind  von  der  Regierung beschlossen und teilweise schon im Bau. Daran wird sich auch nichts ändern  weil  derzeit  bereits  im  Norden zeitweise mehr Windstrom produziert werde, als  dort  verbraucht  werden kann.

Die Initiativen befürchten, dass dann der Strom aus dem Norden billiger sei und die staatlichen Preisregulierungen  nicht  dauerhaft  bleiben.

Konsens bestand auch darüber, dass weder Windkraft  noch  Photovoltaik  grundlastfähig sind.
Bedauerlicherweise würden sich Sonne und Wind nicht ergänzen.

Energieversorger und Naturschutzverbände machten deutlich, dass man zu einer erfolgreichen Energiewende alle erneuerbaren Energien, wie Wind-, und Wasserkraft, Bioenergie und Geothermie benötigen werde.

Stefan  Einsiedler  von  der  EnBW wies daraufhin, dass auch Themen wie Versorgungssicherheit  und Netzstabilität eher  den  Mix  von  unterschiedlichen Energieträgern erfordern.

Die  Politiker:  Dieser  Ansatz (von Einsiedler)  wurde auch von den anwesenden Politikern, dem Landtagsabgeordneten Wolfgang Reuther und dem Bundestagsabgeordneten Andreas Jung, beide CDU, unterstützt.

Wolfgang  Reuther  wies  allerdings auf den aus seiner Sicht ungeeigneten Ansatz der grün-roten Landesregierung hin, die Windkraftflächen kommunal festzulegen. Aus seiner Sicht ist das eine regionale Aufgabe.                                          
Wenn die Windhöffigkeit ausreichend sei, müsse auch die Region Hegau-Bodensee ihren angemessenen  Beitrag  leisten.  Dabei komme es ihm auch auf die Verlässlichkeit der Bedingungen für Investoren an.                                     
Der  alleinige  Bau  von  Windparks  im windreicheren  Norden  Deutschlands und die dann nötigen Hochspannungs-  trassen seien zudem auch keine tragfähige Lösung.

Das  Fazit:
Neben  dem  Schutz  der Landschaft kam man auch bei der der Qualität der Windgutachten nicht   zueinander.

Für die Investoren sind die vorhandenen Daten ausreichend, um Entscheidungen zu treffen und Genehmigungsanträge zu stellen.

Die Windkraftgegner dagegen wollen mehr Transparenz und mehr Kenntnis über konkrete Zahlen  an  den  geplanten  Standorten weil sich dies auf ein rechnerisches Gutachten stützt und vor Ort keine Windmessungen mit Masten gemacht wurden.

Bene Müller hat seine frühere Zusage  wiederholt,  Frank  Wehner  und Hansjörg Jung das volle Gutachten für den Kirnberg zur Kenntnis zu geben.  

Anmerkung (Forum): Das während der Konferenz zugesagte Wind-Gutachten wurde trotzdem später nie zur Verfügung gestellt. Laut Bene Müller haben die Vertreter der in der IG Hegauwind beteiligten kommunalen Betriebe ihm die Herausgabe der Daten verweigert.                                                                                                                                    

Christoph  Graf  Douglas  warnte  vor Eingriffen in die Landschaft wie sie 200 oder im Rahmen von Repowering geplant, 300 Meter hohe Windräder darstellen. 
Er verwies auf historische Vorstöße für Großprojekte wie die Schiffbarmachung  des  Rheins  für  Frachtschiffe bis in den Bodensee oder eine Brücke von Konstanz nach Meersburg.
Auch  da  hätten  manche  Politiker  gemeint die Region könne wirtschaftlich ohne diese nicht überleben und heute müsse man froh sein dass sie verhindert wurden.

Landschaftsarchitekt  Ulrich  Bielefeld zeigte als Alternative Bilder von Photovoltaikfeldern an deren Realisierung er im Raum Trier gearbeitet hat und die im Aussehen etwa dem von den Hagelnetzen  der  Obstanlagen  nahe  kommen. Tatsächlich  werden  bereits  Hagelschutzlösungen  entwickelt  die  Strom produzieren  können.  Unter  Solarflächen können jetzt auch Biotope entstehen, die als Ausgleichsflächen für Baugebiete in Gemeinden zulässig sind.

Die  Landschaftsschützer: Die  Vertreter der Initiativen, die sich im Landkreis Konstanz gegen den Ausbau der Windkraft wenden, wollen angesichts relativ niedriger Windgeschwindigkeiten und der befürchteten Beeinträchtigung des Landschaftsbildes  überhaupt  keine Windparks in der Region.

Die geringe Windhöffigkeit lasse eine wirtschaftliche  Nutzung  der  Windenergie  in  der Region nicht zu.

Sie bieten an, die dann nicht  erzeugten  Strommengen  durch verstärkte Nutzung der Solarenergie zu ersetzen.

Es wurden konkrete Flächen die zur Verfügung stehen benannt und weitere  würden  potentiell  zur  Verfügung  stehen. 

Die  Bürgerinitiativen sprechen sich für den Ausbau von landschaftlich  angepasster  Photovoltaik aus, um den Bau von Windrädern in der historischen  Kulturlandschaft  Hegau-Bodensee zu vermeiden.

Zur Visualisierung gab es eingangs ein Fotopräsentation  die  alle  derzeitigen  Flächenplanungsverfahren oder in der Projektierung befindlichen Standorte beinhaltete und keine Zweifel daran ließ dass dies das  Landschaftsbild  stark  verändern würde,  wenn  auch  nicht  wahrscheinlich ist dass alle der theoretisch rund 30 möglichen Windräder gebaut würden.

➤ Solarcomplex: Sowohl Jörg Dürr-Pucher, Präsident der Bodensee-Stiftung, als auch Bene Müller, Vorstand von Solarcomplex,  sagten  dabei  im  Rahmen der  Solaroffensive-Bodensee  ihre  Unterstützung  zu.  Das Bürgerunternehmen hat bislang alle Freilandsolarparks im Kreis gebaut.

Die  Naturschutzverbände  sehen  im Bau der fünf bis zehn Windräder in der Region  eine  Beeinträchtigung  der Landschaft,  die  angesichts  der  Herausforderungen  im  Klimaschutz  akzeptabel sei, Eberhard Koch, Kreisvor-    sitzender des BUND wies auf die jahrelangen Abwägungs- und Planungsprozesse hin, an deren Ende jetzt der Bau        weniger Windparks stehe. Thomas Körner, Bezirksgeschäftsführer des NABU, ergänzte,  er  hätte  sich  die  Unterstützung der Windkraftgegner auch schon beim umstrittenen Bau des Solarparks Mooshof in Bodman gewünscht, bei der man damals ordentlich Prügel bezogen habe.  Auch  hier  war  das  Argument Landschaftsschutz.

Dieter Wäschle, als stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands Baden-Württemberg,  einem  der  größten  Wirtschaftsfaktoren und somit auch einer großen Anteil der Arbeitsplätze und des Steueraufkommens  der  Region  Hegau-Bodensee, stellte sich konsequent gegen den  Bau  von  Windrädern.          
Der  zu  bezweifelnde, aber selbst im besten Fall nur geringe wirtschaftliche Nutzen von Windrädern würde in keinem Fall aufwiegen  was  dadurch  an  Beeinträchtigung entstehen würde.                                                                                       
Er wies auf die internationale Bedeutung und die einzigartige Schönheit der Bodenseeregion hin und schloss hierbei den Hegau mit ein.

Markus  Bihler  empfiehlt  der  Politik insbesondere im Hinblick auf die Landtagswahlen für ein Moratorium zu einer aktuellen  Überprüfung  der  Entwicklung und gegebenenfalls für die Anwendung der von der vorherigen CDU/FDP Regierung ursprünglich beabsichtigten Regionalplanung  einzutreten,  während  die  von  der Grünen/SPD  Regierung  vorgeschriebene  Planung  durch die Kommunen die schnelleren Genehmigungsverfahren will.

Die Vertreter der IG Hegauwind wollen im  ersten  Schritt  auf  jeden  Fall  fünf Windräder  an  den Standorten  Verenafohren  (Gemeinde  Tengen)  und Kirnberg (Gemeinde Steißlingen) bauen. Dort sei die Erzeugung von bis zu dreißig  Millionen  Kilowattstunden Windstrom pro Jahr möglich. Das seien immerhin 2,5 Prozent des kreisweiten Strombedarfs.  Langfristig  sind  aus Sicht der Investoren, zu denen neben Solarcomplex die Stadtwerke aus dem Landkreis und die Genossenschaft Bürgerenergie zählen, zehn Windkraftanlagen im Kreis Konstanz möglich.

Anknüpfungspunkte bieten Energiesparen und Solarenergie. Dazu solle der begonnene Dialog fortgesetzt werden. Damit waren alle Beteiligten einverstanden.  Insofern  hat  die  Energiewende in der Region ein neues Forum bekommen, in dem ganz unterschiedliche Akteure zusammenfinden

Markus Bihler, Gastgeber der Veranstaltung im RIZ, fasste die Diskussion positiv zusammen. Über divergierende Positionen, wie den Ausbau der Windkraft, werde man weiter öffentlich und mit gegenseitigem Respekt streiten, bei Themen, zu denen man sich einig sei, wolle man in Zukunft auch kooperieren.      

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